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WM-Wetten: Forscher warnen vor Nahrungsmittelmangel durch Sportwetten

Zur FIFA-Weltmeisterschaft werden 60 Milliarden Dollar Wetteinsätze erwartet – eine neue Studie zeigt alarmierende Folgen für die Ernährungssicherheit.

WM-Wetten: Forscher warnen vor Nahrungsmittelmangel durch Sportwetten

Pünktlich zum Start der FIFA-Weltmeisterschaft am Donnerstag schlägt ein neues Forschungspapier Alarm: Sportwetter könnten buchstäblich ihr Geld für Lebensmittel verspielen. Das National Bureau of Economic Research, eine gemeinnützige Organisation, hat diese Woche eine Studie veröffentlicht, die einen klaren Zusammenhang zwischen Sportwetten und geringerer Ernährungssicherheit herstellt.

Die Studie trägt den bezeichnenden Titel „Wagering the Bread Money: Sports Betting Legalization and Food Sufficiency" – auf Deutsch etwa: „Das Brotgeld verwetten: Legalisierung von Sportwetten und Nahrungsmittelversorgung". Die Forscher untersuchten dabei, ob Haushalte über ausreichend Nahrung verfügen – ein Maßstab, der als Ernährungssicherheit bezeichnet wird.

Nahrungsmittelmangel als schwerwiegende Folge

Die Studie unterscheidet dabei zwischen zwei Konzepten: Ernährungsunsicherheit und Nahrungsmittelmangel. Ernährungsunsicherheit beschreibt einen Zustand, in dem zwar Zugang zu Lebensmitteln besteht, aber die Sorge überwiegt, dass diese ausgehen könnten oder qualitativ unzureichend sind. Nahrungsmittelmangel hingegen gilt als noch schwerwiegender – er beschreibt eine Situation, in der ein Haushalt schlicht nicht über genügend Nahrung verfügt.

Die Korrelation, die die Forscher zwischen der Legalisierung von Sportwetten und einem Rückgang der Ernährungssicherheit festgestellt haben, gibt damit Anlass zu ernsthafter Besorgnis. Gerade in Zeiten großer Sportereignisse, wenn die Wettlust besonders hoch ist, könnten vulnerable Haushalte besonders stark betroffen sein.

60 Milliarden Dollar Wetteinsätze zur WM erwartet

Das Ausmaß des globalen Wettmarkts rund um die Weltmeisterschaft verdeutlicht die Tragweite der Studie: Experten erwarten, dass zur laufenden WM Einsätze in Höhe von insgesamt 60 Milliarden US-Dollar getätigt werden. Diese astronomische Summe unterstreicht, wie tief Sportwetten mittlerweile in der Gesellschaft verankert sind.

Für deutsche Leser ist das Thema besonders relevant, da der Sportwettenmarkt auch hierzulande in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. Seit der Regulierung des deutschen Glücksspielmarkts im Jahr 2021 operieren zahlreiche lizenzierte Anbieter legal in Deutschland, was die Zugänglichkeit von Sportwetten erheblich erhöht hat.

Die Veröffentlichung der Studie kurz vor dem WM-Auftakt ist kein Zufall. Die Forscher wollten offensichtlich auf die sozialen Risiken aufmerksam machen, die mit dem erwarteten Wettboom einhergehen. Die Ergebnisse liefern wichtige Argumente für die politische Debatte über den Umgang mit Sportwetten und deren gesellschaftliche Folgekosten – insbesondere für einkommensschwache Haushalte, die am stärksten gefährdet sind, ihre Grundbedürfnisse zugunsten von Wettaktivitäten zu vernachlässigen.

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