Trump verhängt 50-Prozent-Zölle gegen Kanada – Eskalation im Handelsstreit
US-Präsident Trump erhöht den Druck auf Kanada massiv: Neue Zusatzzölle von 50 Prozent sollen in 30 Tagen greifen.

US-Präsident Donald Trump verschärft den Handelsstreit mit dem nördlichen Nachbarn Kanada erheblich. Er kündigte neue Zusatzzölle in Höhe von 50 Prozent an, die innerhalb von 30 Tagen in Kraft treten sollen. Betroffen ist laut dem Weißen Haus eine breite Palette von Waren – als konkrete Beispiele nannte die Regierung Hockeyschläger, Wein und Zement.
US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer präzisierte den Umfang der Maßnahme: Die neuen Zölle gelten für kanadische Importe im Gesamtwert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Als Begründung führte Washington eine angebliche „diskriminierende Behandlung" amerikanischer Alkohol-, Automobil- und Milchprodukte durch die kanadische Regierung an. Ottawa wies diese Vorwürfe umgehend und entschieden zurück.
Für die rechtliche Grundlage greift Trump auf eine wenig bekannte US-Handelsvorschrift aus dem Jahr 1930 zurück. Diese ermöglicht es amerikanischen Behörden, gegen Handelspartner vorzugehen, denen „diskriminierende" Praktiken im Außenhandel vorgeworfen werden.
USMCA-Freihandelsabkommen wird ausgehebelt
Besonders brisant ist, dass die neuen Zölle auch Produkte erfassen sollen, die bislang unter das Freihandelsabkommen USMCA fallen. Das United States-Mexico-Canada Agreement, das im Juli 2020 in Kraft trat, sollte den Handel zwischen den drei Ländern eigentlich zollfrei halten. Seit Trumps Rückkehr ins Präsidentenamt wurden zwar umfassende Zölle gegen zahlreiche Handelspartner verhängt – USMCA-Waren blieben bislang jedoch weitgehend verschont. Diese Ausnahme scheint nun zu fallen.
Der kanadische Premierminister Mark Carney reagierte auf die Ankündigung mit einer Mischung aus Gesprächsbereitschaft und Entschlossenheit. Kanada sei bereit, sich „mit Nachdruck" an Verhandlungen zu beteiligen, um offene Streitpunkte mit den USA zu klären. Gleichzeitig betonte Carney, sein Land wolle die eigene wirtschaftliche Stärke gezielt ausbauen.
Waldbrände als weiterer Zollvorwand
Bereits wenige Tage zuvor hatte Trump Kanada aus einem anderen Grund mit zusätzlichen Zöllen gedroht. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, dass die durch kanadische Waldbrände verursachte Luftverschmutzung den USA hohe Kosten verursache – diese müssten „zwangsläufig" den bestehenden Zöllen auf kanadische Importe hinzugerechnet werden.
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Zur AktienanalyseHintergrund: Im Nordosten der USA hatten sich in der vergangenen Woche dichte Rauchschwaden ausgebreitet, nachdem Dutzende Wälder in Kanada in Brand geraten waren. In der US-Hauptstadt Washington wurden die Bewohner zeitweise vor der schlechten Luftqualität gewarnt. Die Situation löste zudem Befürchtungen aus, dass das Finale der Fußball-WM in der Nähe von New York verschoben oder an einen anderen Ort verlegt werden müsste.
Für Anleger bleibt der eskalierte Handelsstreit zwischen den beiden eng verflochtenen Volkswirtschaften ein wichtiger Risikofaktor. Kanada ist einer der größten Handelspartner der USA – Spannungen zwischen den beiden Ländern können sich auf Unternehmen beider Seiten auswirken, insbesondere in den Sektoren Automobil, Energie und Rohstoffe.


