Stefan Görgens: Wie Penny-Chef die Discountfalle überwinden will
Penny-Chef Stefan Görgens testet seine eigenen Filialen persönlich – jeden Samstag, mit seinen Kindern im Schlepptau.

Stefan Görgens, 44, ist kein Schreibtischchef. Fast jeden Samstag lädt der Penny-Chef seine Kinder ins Auto und steuert gemeinsam mit ihnen verschiedene Filialen des Discounters an. Nicht immer dieselbe – sondern bewusst unterschiedliche Standorte, gerne auch zwei oder drei in Folge.
Rund um seinen Wohnort Köln gibt es dafür reichlich Auswahl: Mehr als 200 Penny-Filialen befinden sich allein in der Region. Görgens nutzt die Samstagsausflüge ganz bewusst als Kombination aus Familienleben und Marktforschung.
Nähe zum Kunden als Führungsprinzip
„Ich mache zu Hause die Einkäufe", erklärt Görgens. Damit verbindet er das Private mit dem Beruflichen – und setzt auf direkte Beobachtung statt auf reine Datenlage. „Man kann viel Marktforschung machen, aber nah dran zu sein, ist im Lebensmitteleinzelhandel schon sehr wichtig", so der Penny-Chef.
Dieser praxisnahe Führungsansatz ist kein Zufall. Im hart umkämpften deutschen Lebensmitteleinzelhandel, wo Discounter wie Aldi, Lidl und Penny um jeden Cent und jeden Kunden ringen, kann der direkte Blick in die eigenen Filialen entscheidende Wettbewerbsvorteile liefern. Wer weiß, wie es in seinen Läden wirklich aussieht, kann schneller reagieren als die Konkurrenz.
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Zur AktienanalyseFür Penny, das zur Rewe-Gruppe gehört, steht einiges auf dem Spiel. Der Discounter kämpft seit Jahren darum, sich im Wettbewerb mit den Marktführern Aldi und Lidl zu behaupten und aus der sogenannten Discountfalle herauszukommen – dem Dilemma, weder beim Preis noch beim Sortiment klar zu punkten. Görgens setzt dabei offenbar auf einen Führungsstil, der nah am Alltag der Kunden bleibt.


