KPMG zieht sich aus US-Bundesprüfungsgeschäft nach Pentagon-Verlust zurück
Die Big-Four-Gesellschaft stellt ihr Geschäft mit US-Bundesbehörden ein und versetzt mehr als 450 Mitarbeiter.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG gibt ihr Geschäft mit US-Bundesbehörden auf. Auslöser ist der Verlust eines Pentagon-Auftrags im Wert von jährlich 60 Millionen US-Dollar. Dies berichtete die Financial Times am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Insider.
Mehr als 450 US-Mitarbeiter, die bislang in diesem Bereich tätig waren, sollen laut dem Bericht anderweitig im Unternehmen eingesetzt werden. KPMG gehört zu den sogenannten Big Four – den vier größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt, zu denen auch Deloitte, EY und PwC zählen.
Bedeutender Einschnitt für KPMG
Der Verlust des Pentagon-Auftrags stellt für KPMG einen erheblichen Einschnitt im US-amerikanischen Bundesgeschäft dar. Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten gehört zu den größten und prestigeträchtigsten Auftraggebern für externe Prüfungsdienstleistungen weltweit. Ein Jahresvolumen von 60 Millionen US-Dollar unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung dieses Mandats.
Die Entscheidung, das gesamte Bundesprüfungsgeschäft einzustellen, geht damit über den reinen Verlust eines einzelnen Auftrags hinaus. KPMG zieht sich offenbar vollständig aus einem Marktsegment zurück, das für Wirtschaftsprüfer traditionell als stabile und langfristige Einnahmequelle gilt.
Mitarbeiter werden intern versetzt
Für die betroffenen mehr als 450 Mitarbeiter bedeutet der Rückzug keine Entlassungen – zumindest laut den vorliegenden Berichten. Das Unternehmen plant, sie in anderen Bereichen einzusetzen. Dies deutet darauf hin, dass KPMG die vorhandene Expertise intern nutzen möchte, anstatt qualifiziertes Personal abzubauen.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger und Beobachter des Prüfungsmarkts ist dieser Schritt bemerkenswert. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften stehen weltweit unter zunehmendem Druck, ihre Geschäftsmodelle anzupassen. Der Rückzug aus dem US-Bundesgeschäft könnte ein Signal für eine strategische Neuausrichtung von KPMG sein.
Die Meldung stammt vom 29. April und beruft sich auf einen Bericht der Financial Times. Weitere offizielle Stellungnahmen von KPMG lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.


