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KFC setzt auf knochenlose Hähnchen und neue Getränke

Mit überarbeiteter Speisekarte, neuen Saucen und innovativen Restaurantkonzepten will KFC verlorene Marktanteile zurückgewinnen.

KFC setzt auf knochenlose Hähnchen und neue Getränke

KFC, die Hähnchen-Schnellrestaurantkette des Konzerns Yum Brands, startet eine umfassende Strategie, um Kunden zurückzugewinnen. Im Mittelpunkt stehen knochenlose Hähnchengerichte, ein erweitertes Saucenangebot und neue Restaurantkonzepte. Der Hintergrund: In den USA hat die Kette in den vergangenen Jahren massiv Marktanteile verloren – an Newcomer wie Raising Cane's, aber auch an etablierte Konkurrenten wie McDonald's, die verstärkt auf Geflügel setzen.

Der Marktanteilsverlust ist dramatisch. Laut Barclays hielt KFC im Jahr 2021 noch 16 Prozent des US-Marktes für Hähnchen-Schnellrestaurants und lag damit auf Platz zwei hinter Chick-fil-A. Bis 2024 schrumpfte dieser Anteil auf 9,4 Prozent – Popeyes und Raising Cane's zogen an KFC vorbei und verdrängten die Kette auf den vierten Platz. Yum Brands veröffentlicht die flächenbereinigten Umsatzzahlen für das US-Geschäft von KFC mittlerweile nicht mehr, was darauf hindeutet, dass dieses Segment für die Gesamtergebnisse des Unternehmens als unwesentlich eingestuft wird.

Neue Speisekarte und globale Saucen-Offensive

Ein zentrales Element der Erneuerungsstrategie ist das, was KFC selbst als „mutige Neugestaltung der Speisekarte" bezeichnet. Die Kette plant, ihr Angebot an knochenlosem Hähnchen auszubauen und die Rezeptur ihrer bestehenden Tenders zu verbessern. Gleichzeitig wird die Saucenauswahl deutlich erweitert, um Kunden anzusprechen, die ihre Tenders gerne eintunken oder übergießen.

Die sogenannte „globale Saucen-Vorratskammer" der Kette umfasst bereits mehr als 20 Varianten, die klassische Saucen mit neuen Aromen kombinieren – etwa eine Chimichurri-Ranch-Sauce. Neu eingeführt wird zudem die Produktlinie „Dunked", die Tenders, Wings und Sandwiches umfasst, die großzügig mit Sauce überzogen sind. Diese Menüpunkte sind bereits in Südafrika und Indien erhältlich. Die KFC-Tochterkette Saucy, die auf Tenders und Saucen spezialisiert ist, ist unterdessen auf fast ein Dutzend Standorte angewachsen – alle in Florida.

Der internationale Rollout der neuen Tenders und neun neuer Saucen beginnt in diesem Monat im Vereinigten Königreich und in Irland. Australien und die USA folgen im späteren Verlauf des Sommers, weitere globale Märkte werden im restlichen Jahresverlauf erwartet.

Neue Getränkemarke und veränderte Restauranterlebnisse

Wie viele Fast-Food-Ketten erweitert auch KFC sein Getränkeangebot. Unter der neuen Submarke „Kwench by KFC" werden Boba-Erfrischungsgetränke, spritzige Limonaden und Eiskaffees angeboten. Ausgewählte Restaurants in Irland und Großbritannien verkaufen Kwench-Getränke bereits; Australien und Kanada werden sie im Laufe dieses Jahres fest in ihre Speisekarten aufnehmen.

Auch das Erscheinungsbild der Restaurants soll sich wandeln. In diesem Sommer öffnet ein „Open-Concept"-Restaurant in McKinney, Texas. Im September folgt ein „immersiver", zweistöckiger Standort in Dubai. KFC hat das Konzept so gestaltet, dass Gäste von ihren Smartphones abgelenkt werden und sich stärker auf das Erlebnis vor Ort einlassen. Ergänzt wird die Erneuerung durch ein frisches Branding: Das neue Logo zeigt das Maskottchen Colonel Sanders flankiert vom Schriftzug „KFC" in einer Form, die an den berühmten Hähnchen-Eimer erinnert.

KFC international auf Wachstumskurs

Außerhalb der USA läuft das Geschäft deutlich besser. Yum Brands betrachtet KFC International neben Taco Bell als einen seiner zwei „Wachstumsmotoren". Im jüngsten Quartal meldete KFC ein Wachstum der flächenbereinigten Umsätze von 2 Prozent. China und Europa sind gemessen am Systemumsatz die beiden größten Regionen der Kette, die USA liegen an dritter Stelle.

Mit mehr als 34.000 Standorten weltweit gehört KFC zu den größten Restaurantketten der Welt. Die Marke ist auch deshalb besonders wichtig für Yum Brands, weil die Muttergesellschaft einen Verkauf ihrer angeschlagenen Schwesterkette Pizza Hut anstrebt. Um das schwächelnde US-Geschäft zu stabilisieren, ernannte Yum vor mehr als einem Jahr Catherine Tan-Gillespie zur neuen US-Präsidentin von KFC. Ihre bisherigen Maßnahmen – mehr preiswerte Menüs und die Rückkehr von Colonel Sanders als Markenbotschafter – zeigen erste Wirkung: KFC US verzeichnete in den letzten drei Quartalen ein Wachstum der flächenbereinigten Umsätze.

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