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Einkommensschere treibt Spaltung im US-Bekleidungsmarkt voran

Bernstein-Analystin Aneesha Sherman zeigt: Wohlhabende Amerikaner dominieren den Bekleidungsmarkt und kaufen deutlich häufiger und preisunsensibler ein.

Einkommensschere treibt Spaltung im US-Bekleidungsmarkt voran

Eine neue Analyse des Investmenthauses Bernstein zeichnet ein klares Bild der wachsenden Ungleichheit im amerikanischen Bekleidungs- und Schuhmarkt. Analystin Aneesha Sherman kommt zu dem Ergebnis, dass Konsumenten mit höherem Einkommen für den Absatz in dieser Branche immer wichtiger werden. Die Grundlage bildet eine im November 2025 durchgeführte Umfrage unter 3.750 US-Konsumenten sowie demografische Daten von Tausenden von Einzelhandelsstandorten.

Die Zahlen sind eindeutig: Konsumenten im obersten Einkommensquintil geben 3,4-mal mehr für Bekleidung aus als jene im untersten Quintil. Die obersten 40% der Einkommensbezieher generieren dabei rund 60% der gesamten Ausgaben in dieser Kategorie – ein Verhältnis, das die strukturelle Bedeutung wohlhabender Käufer für die Branche unterstreicht.

Wohlhabende kaufen breiter und häufiger

Nicht nur die Ausgabenhöhe, sondern auch das Einkaufsverhalten unterscheidet sich deutlich. Konsumenten mit einem Jahreseinkommen von über 100.000 US-Dollar kauften im Jahr 2025 bei durchschnittlich 22 der 54 untersuchten Marken und Einzelhändler ein. Jene mit einem Einkommen unter 50.000 US-Dollar kamen lediglich auf 15 Marken – ein Hinweis darauf, dass wohlhabendere Käufer eine größere Markenvielfalt nutzen und häufiger einkaufen.

Auch bei der Preissensibilität zeigen sich markante Unterschiede. Fast 90% der Befragten mit einem Einkommen über 100.000 US-Dollar gaben an, den vollen Preis für einen gewünschten Artikel zu zahlen. Bei Konsumenten mit weniger als 50.000 US-Dollar Jahreseinkommen lag dieser Anteil bei rund 70%. Käufer mit geringerem Einkommen priorisieren demnach stärker Rabatte, Preisaktionen und praktische Erwägungen, während wohlhabendere Kunden Wert auf neue Kollektionen, Modetrends, Markennamen und personalisierte Erlebnisse legen.

Inflation vertieft die Kluft

Die anhaltende Inflation hat die Einkommensschere im Konsumverhalten weiter verschärft. Wohlhabende Haushalte reagierten auf steigende Preise mit höheren Ausgaben, während einkommensschwächere Konsumenten ihr Kaufvolumen reduzierten. Ein wachsender Teil ihres Budgets fließt stattdessen in Grundbedürfnisse wie Lebensmittel, Wohnen und andere lebensnotwendige Güter.

Auch die Technologienutzung spiegelt diese Spaltung wider. Fast drei von vier Konsumenten mit höherem Einkommen nutzen Dienste der künstlichen Intelligenz beim Einkauf, verglichen mit etwa der Hälfte der Käufer mit geringerem Einkommen. Wohlhabendere Kunden zeigen zudem eine stärkere Akzeptanz von Online-Shopping, Social Commerce, Kleidungsverleih und Abonnement-Diensten – Trends, die den Markt langfristig prägen dürften.

Klare Kaufempfehlungen für Anleger

Aus diesen Erkenntnissen leitet Bernstein konkrete Anlageempfehlungen ab. Premium-Sportbekleidung und Unternehmen im Bereich des erschwinglichen Luxus gelten als gut positioniert, um von den Ausgaben wohlhabender Konsumenten zu profitieren.

On Holding

erhält ein „Outperform"-Rating mit einem Kursziel von 70 US-Dollar, was die strategische Ausrichtung auf wohlhabende Kunden widerspiegelt.

Tapestry

wird ebenfalls mit „Outperform" und einem Kursziel von 180 US-Dollar bewertet. Die Marke Coach zieht Kunden mit höheren Durchschnittsausgaben an und reduziert die Abhängigkeit von rabattgetriebenen Käufen.

TJX Companies

erhält ein „Outperform"-Rating mit einem Kursziel von 175 US-Dollar. Die Tochtermarke HomeGoods wies in der Analyse die stärkste Präsenz in wohlhabenden Einzugsgebieten auf: Haushalte mit einem Einkommen über 100.000 US-Dollar machen insgesamt 46% der Bevölkerung im Umkreis der Filialen aus.

Für deutsche Anleger, die in den US-Konsumsektor investieren möchten, liefert die Bernstein-Analyse damit eine klare Orientierung: Die Kaufkraft der oberen Einkommensschichten bleibt das entscheidende Fundament für Wachstum im amerikanischen Bekleidungs- und Schuhmarkt.

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