Andy Burnham wird britischer Premierminister – Trump lobt Nordseeöl-Pläne
König Charles beauftragte Burnham offiziell mit der Regierungsbildung. Trump bezeichnete Großbritannien zuvor als „armutsgeplagtes Desaster".

Andy Burnham ist der neue Premierminister des Vereinigten Königreichs. König Charles bat ihn am Montag im Buckingham Palace offiziell um die Regierungsbildung, was Burnham bestätigte und annahm. Sein Vorgänger Keir Starmer trat ebenfalls am Montag offiziell zurück, nachdem er bereits im vergangenen Monat seinen Rücktritt angekündigt hatte.
Starmer hatte nach einer Reihe politischer Kehrtwenden, Personalskandalen und einem dramatischen Verlust bei den britischen Kommunalwahlen massiven Druck aus den eigenen Reihen erhalten. Rücktrittsforderungen aus der Labour-Partei machten seinen Verbleib im Amt schließlich unhaltbar.
Burnham hatte im Rennen um den Vorsitz der regierenden Labour-Partei keinen Gegenkandidaten. Er kehrte erst vor wenigen Wochen ins Parlament zurück, nachdem er eine Nachwahl im Wahlkreis Makerfield im Norden Englands gewonnen hatte. Nur amtierende Parlamentsabgeordnete dürfen für den Labour-Vorsitz kandidieren.
Vom Bürgermeister zum Premierminister
Vor seiner Rückkehr nach Westminster war Burnham fast zehn Jahre lang Bürgermeister von Greater Manchester, einer der größten Metropolregionen des Vereinigten Königreichs. Wegen seines Einflusses in der Region wurde er auch als „King in the North" bezeichnet. Davor war er Labour-Abgeordneter und bekleidete Kabinettsposten unter den Premierministern Tony Blair und Gordon Brown.
In seiner Rede am Freitag versprach Burnham, die „großen Dinge" wie die Sozialpolitik anzugehen. Er kritisierte dabei die Entwicklungen in Großbritannien der vergangenen Jahrzehnte, in denen „die politische Macht zentralisiert und die wirtschaftliche Macht privatisiert wurde".
Trumps Lob für Nordseeöl – und scharfe Kritik an Großbritannien
US-Präsident Donald Trump begrüßte Burnhams Plan, die Öl- und Gasexploration in bereits lizenzierten Feldern der Nordsee zu beschleunigen. In einem Beitrag auf Truth Social am Wochenende bezeichnete Trump das Nordseeöl als „unbezahlbar" und erklärte, es werde das Vereinigte Königreich von einer „von Armut geplagten Katastrophe zu einem der reichsten Länder der Welt" machen.
Der Hintergrund: Die britische Wirtschaft kämpft seit Jahren mit mangelnder Dynamik. Das britische BIP soll 2026 lediglich um 0,8 Prozent wachsen, nach einem Wachstum von 1,3 Prozent im Jahr 2025 und 1,0 Prozent im Jahr 2024. Hohe Energiekosten gelten dabei als zentrales Problem und erhöhen den politischen Druck, die heimische Ölförderung auszuweiten – obwohl Großbritannien weiterhin seine Netto-Null-Emissionsziele verfolgt.
Unabhängige Schätzungen, die vom britischen Parlament zusammengetragen wurden, prognostizieren, dass neue Bohrungen und günstige Bedingungen die heimische Produktion auf insgesamt 7,5 Milliarden Barrel Öläquivalent steigern könnten.
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Zur AktienanalyseMärkte reagieren erleichtert auf Kabinettsplanung
Die Aussicht, dass Burnham – der als linksorientierter als Starmer gilt – den amtierenden Premierminister ersetzen würde, hatte Anfang des Jahres für Unruhe an den britischen Anleihemärkten gesorgt. Anleger in britische Staatsanleihen, sogenannte Gilts, hatten Starmer und seine Finanzministerin Rachel Reeves weitgehend unterstützt, da beide für die Eindämmung der Staatsverschuldung und der öffentlichen Ausgaben eintraten.
Mike Bell, Leiter der Marktstrategie bei RBC BlueBay Asset Management, erklärte am Montag gegenüber CNBC, dass die Märkte „erleichtert" sein werden. Der Grund: Burnham wird voraussichtlich Innenministerin Shabana Mahmood zur Schatzkanzlerin ernennen – und nicht den als noch linksgerichteter geltenden Ed Miliband. Die Personalentscheidung gilt als wichtiges Signal an die Finanzmärkte, dass Haushaltsdisziplin weiterhin Priorität hat.


