Wall-Street-Banken glänzen mit Rekordgewinnen im zweiten Quartal
Investmentbanking-Boom, starker Handel und robuste Verbraucher treiben alle sechs US-Großbanken zu außergewöhnlichen Quartalsergebnissen.

Die größten Banken der Wall Street haben in der aktuellen Berichtssaison kaum Grund zur Klage. Investmentbanker waren so beschäftigt wie seit Jahren nicht mehr, die Handelsabteilungen profitierten von erhöhter Marktvolatilität, und widerstandsfähige Verbraucher hielten das Kreditgeschäft am Laufen. Alle sechs großen US-Banken übertrafen die Gewinnerwartungen der Wall Street für das zweite Quartal deutlich – mehrere Analysten und Anleger bezeichneten das Ausmaß der Gewinnüberraschungen als „außergewöhnlich".
Mega-Börsengänge und milliardenschwere Deals trieben die Gebühren im Investmentbanking auf den höchsten Stand seit dem Boom der Pandemie-Ära im Jahr 2021. An der Spitze dieser regen Aktivität stand der historische Börsengang von Elon Musks SpaceX. Die weltweiten Erträge im Investmentbanking überstiegen in den ersten sechs Monaten des Jahres 60 Milliarden US-Dollar, wie Daten von Dealogic zeigten. JPMorgan führte dabei die Ranglisten an, gefolgt von Goldman Sachs und Morgan Stanley.
Führungskräfte verwiesen auf gut gefüllte Pipelines und starke Auftragsbestände für das zweite Halbjahr. Dies schürt die Erwartungen, dass der sogenannte „Superzyklus" im Investmentbanking noch weiter anhalten wird – eine Entwicklung, die auch für europäische und deutsche Anleger mit Blick auf ihre Bankaktien-Positionen relevant ist.
Handelsabteilungen profitieren von volatilen Märkten
Der Aktienhandel lieferte glänzende Ergebnisse, da volatile Märkte die Handelsabteilungen im zweiten Quartal in Atem hielten. Unruhe im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz, Spannungen im Nahen Osten und Schwankungen an den Energiemärkten trieben die Kundenaktivität an. Marktturbulenzen sind für Handelsabteilungen oft vorteilhaft: Starke Kursschwankungen ermutigen Anleger dazu, Portfolios neu zu positionieren, Risiken abzusichern und kurzfristige Chancen zu nutzen.
Eine stetige Kreditnachfrage stützte zudem den höheren Zinsüberschuss im zweiten Quartal. Die Verbraucher zeigten sich widerstandsfähig und die Ausgaben blieben stabil, was dazu beitrug, die Kreditaufnahme aufrechtzuerhalten. „Die Konsumausgaben sind solide, die Verbraucherkredite bleiben stabil und gewerbliche Zahlungsausfälle scheinen zurückzugehen", sagte Brian Mulberry, Senior Client Portfolio Manager bei Zacks Investment Management, das mehrere Bankaktien hält.
Während die Aussicht auf eine potenzielle Zinserhöhung im weiteren Jahresverlauf aufgrund von Sorgen über den Inflationsdruck das Kreditwachstum belasten könnte, erklärten Analysten, dass die Ergebnisse des zweiten Quartals die Erwartungen übertroffen hätten. Führungskräfte erklärten zudem, dass die US-Wirtschaft weiterhin robust sei und sie bisher keine nennenswerten Veränderungen im Verbraucherverhalten festgestellt hätten.
Ergebnisse der sechs US-Großbanken im Überblick
Hier sind die wichtigsten Ergebnisse der einzelnen Institute im Überblick:
JPMorgan
verzeichnet den höchsten Quartalsgewinn, den eine US-Bank je erzielt hat – Dealmaking und Aktienhandel stiegen sprunghaft an
Goldman Sachs
übertrifft die Schätzungen dank Handelsboom und einer Serie von Unternehmensübernahmen
Wells Fargo
übertrifft Gewinnschätzungen aufgrund von Handelsboom und Kreditwachstum
Bank of America
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Zur Aktienanalysenutzt Marktschwankungen für Handelsrekorde, Deal-Aktivität glänzt
Citigroup
verzeichnet trotz Gewinnüberraschung Kursverluste, da Anleger Sorgen über die Ausgaben überwogen
Morgan Stanley
übertrifft Gewinnschätzungen dank Schub im Dealmaking und starkem Handel
Das starke Abschneiden der Wall-Street-Banken sendet ein positives Signal für die globalen Kapitalmärkte. Für deutsche Privatanleger, die in US-Bankaktien oder entsprechende ETFs investiert sind, unterstreichen die Ergebnisse die anhaltende Stärke des amerikanischen Finanzsektors – trotz eines herausfordernden makroökonomischen Umfelds mit Inflationsdruck und geopolitischen Unsicherheiten.


