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Trans Mountain Pipeline einigt sich mit Ölversendern über Durchleitungsgebühren

Nach 18-monatigen Verhandlungen erzielte die kanadische Staatspipeline eine Einigung über umstrittene Transportgebühren mit der Mehrheit ihrer Kunden.

Trans Mountain Pipeline einigt sich mit Ölversendern über Durchleitungsgebühren

Die Trans Mountain Pipeline hat nach 18-monatigen Verhandlungen eine Einigung mit den Ölversendern über einen lang schwelenden Streit um Durchleitungsgebühren erzielt. Das Unternehmen, das sich im Besitz der kanadischen Regierung befindet, gab die Vereinbarung am Dienstag bekannt. Die Einigung deckt die „wesentliche Mehrheit" der vertraglich vereinbarten Transportvolumina ab und wurde der kanadischen Energieregulierungsbehörde (Canada Energy Regulator) zur Genehmigung vorgelegt.

Der Streit entzündete sich an den höheren Gebühren, die Trans Mountain von seinen Kunden verlangt, um die massiven Kostenüberschreitungen des Pipelineausbaus zu decken. Das Erweiterungsprojekt schlug letztlich mit rund 34 Milliarden kanadischen Dollar – umgerechnet etwa 23,9 Milliarden US-Dollar – zu Buche und wurde von der kanadischen Regierung im Jahr 2024 abgeschlossen. Ölgesellschaften hatten sich gegen die daraus resultierenden höheren Tarife gewehrt.

Kapazitätsverteilung soll neu geregelt werden

Im Rahmen der ausgehandelten Vereinbarung will Trans Mountain bei der Regulierungsbehörde beantragen, den Anteil der vertraglich gebundenen Gesamtkapazität von derzeit 80 Prozent auf 90 Prozent zu erhöhen. Die Pipeline verfügt über eine Gesamtkapazität von 890.000 Barrel pro Tag (bpd). Wird der Antrag genehmigt, sinkt der für Spot-Lieferungen reservierte Anteil entsprechend von 20 Prozent auf 10 Prozent. Spot-Kapazitäten stehen Versendern ohne langfristige Verträge zur Verfügung und sind damit flexibler, aber auch weniger planbar.

Die Trans-Mountain-Pipeline ist Kanadas einzige Ost-West-Ölpipeline und spielt eine strategisch bedeutende Rolle für das Land. Sie bietet direkten Zugang zu Märkten in China und anderen asiatischen Ländern – ein Umstand, der angesichts der aktuellen Handelsspannungen mit den Vereinigten Staaten an Gewicht gewinnt. Kanada bemüht sich derzeit aktiv darum, seine Ölexporte stärker zu diversifizieren und die Abhängigkeit vom US-amerikanischen Markt zu reduzieren.

Neue Kapazitäten ab 2028 geplant

Trans Mountain plant darüber hinaus, die Kapazität der Pipeline durch verschiedene Optimierungsprojekte bis zum Jahr 2028 um bis zu 300.000 Barrel pro Tag zu steigern. Um diesen zusätzlichen Kapazitäten einen geordneten Marktzugang zu ermöglichen, kündigte das Unternehmen für den 13. Juli ein formelles Ausschreibungsverfahren an, das sogenannte „Open Season". In diesem Verfahren können Versender auf rund 90.000 bpd der neuen Kapazität bieten, die voraussichtlich noch bis Ende des laufenden Jahres verfügbar sein soll.

Die Einigung markiert einen wichtigen Schritt zur Stabilisierung der Geschäftsbeziehungen zwischen Trans Mountain und seinen Kunden. Für die kanadische Ölindustrie und die Regierung in Ottawa ist eine funktionierende und wirtschaftlich tragfähige Trans-Mountain-Pipeline von zentraler Bedeutung – sowohl für die Erschließung asiatischer Absatzmärkte als auch für die langfristige Refinanzierung des milliardenschweren Staatsengagements.

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