Saab übertrifft Prognosen: Rüstungsboom treibt Aufträge und Gewinn
Der schwedische Rüstungskonzern meldet starkes Q2-Ergebnis – operative Gewinn klettert auf 2,79 Milliarden schwedische Kronen.
Der schwedische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Saab hat im zweiten Quartal ein operatives Ergebnis von 2,79 Milliarden schwedischen Kronen (umgerechnet rund 289 Millionen US-Dollar) erzielt. Das entspricht einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 1,98 Milliarden Kronen. Analysten hatten laut einer LSEG-Umfrage im Schnitt lediglich 2,48 Milliarden Kronen erwartet – Saab übertraf diese Prognose damit klar.
Auch beim Umsatz lieferte der Hersteller des Gripen-Kampfjets starke Zahlen: Der vergleichbare Umsatz stieg im Jahresvergleich um 29,8 Prozent. Als Haupttreiber nennt das Unternehmen die boomende Nachfrage in seinen wichtigsten Märkten, die zu einem starken Zuwachs bei Umsatz und Auftragseingängen geführt hat. Saab produziert neben Kampfjets auch Raketen, hochentwickelte Elektronik und U-Boote.
Europäische Aufrüstung als Wachstumsmotor
Der Rückenwind für Saab ist kein kurzfristiges Phänomen. Bereits seit Jahren profitiert das Unternehmen von einer steigenden Nachfrage, die durch die rasche Aufrüstung in weiten Teilen Europas infolge des russischen Krieges in der Ukraine angetrieben wird. In den vergangenen Monaten hat sich dieses Tempo durch eine Reihe von Großaufträgen nochmals spürbar beschleunigt.
Zu den jüngsten Meilensteinen zählt ein Vertrag mit Polen im Wert von 4,8 Milliarden US-Dollar über drei U-Boote des Typs A26. Darüber hinaus bereitet Saab die Produktion neuer Gripen-E-Kampfjets für die Ukraine vor. Brasilien wiederum prüft eine Aufstockung seiner bestehenden Flotte um weitere 20 Flugzeuge.
Großaufträge von NATO und Kanada
Auch auf der Seite der Aufklärungsflugzeuge verbucht Saab bedeutende Erfolge. Die NATO kündigte Pläne zum Kauf von bis zu zehn GlobalEye-Aufklärungsflugzeugen an – nur wenige Wochen nachdem Kanada den Erwerb einer Flotte dieser auf einem Bombardier-Jet basierenden Maschinen bekanntgegeben hatte. Das GlobalEye-Programm entwickelt sich damit zu einem weiteren wichtigen Umsatzträger für den Konzern.
Zusätzlich befindet sich Saab im Rennen um den Verkauf von Gripen-Kampfjets an Kanada, was das Potenzial für weitere Großaufträge in der Zukunft eröffnet. Das Unternehmen betont, dass es sich weiterhin auf den Ausbau der Produktionskapazitäten konzentriere, um der sprunghaft ansteigenden Nachfrage gerecht zu werden.
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Zur AktienanalyseCEO Micael Johansson zeigte sich zuversichtlich: „Mit unserem breiten Angebot und der schnell wachsenden Produktionskapazität sind wir gut aufgestellt, um diese steigende Nachfrage zu bedienen."
Für deutsche Anleger und Beobachter des Verteidigungssektors unterstreichen die Saab-Zahlen einmal mehr, wie stark der geopolitische Wandel in Europa die Rüstungsbranche verändert. Die Kombination aus steigenden Verteidigungsbudgets, konkreten Großaufträgen und einer wachsenden Produktionsbasis macht Saab zu einem der auffälligsten Profiteure des aktuellen Rüstungszyklus in Europa.


