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Ryanair-Gewinn bricht um ein Drittel ein – Treibstoff und Ticketpreise belasten

Höhere Treibstoffkosten und sinkende Flugpreise drücken Ryanairs Quartalsgewinn auf 538 Millionen Euro – Iran-Krieg belastet Buchungen.

Ryanair-Gewinn bricht um ein Drittel ein – Treibstoff und Ticketpreise belasten

Europas größte Fluggesellschaft nach Passagierzahlen, Ryanair, hat für das erste Geschäftsquartal bis zum 30. Juni einen Gewinneinbruch von 34 Prozent gemeldet. Der Nettogewinn nach Steuern fiel auf 538 Millionen Euro (rund 616 Millionen US-Dollar) – deutlich unter der internen Analystenprognose von 579 Millionen Euro. Als Hauptursachen nennt das Unternehmen stark gestiegene Treibstoffkosten sowie schwächere Ticketpreise.

CEO Michael O'Leary machte in einer Videopräsentation zwei Faktoren für das schwache Ergebnis verantwortlich: „Der Preis für unseren zu 20 Prozent nicht abgesicherten Treibstoff hat sich im Quartal verdoppelt, und die Flugpreise fielen um 6 Prozent, was wir in erster Linie auf die Auswirkungen des Nahostkonflikts und die zeitliche Lage von Ostern zurückführen." Die anhaltenden Auswirkungen des Iran-Kriegs und die allgemeine Verunsicherung der Verbraucher belasten demnach das Buchungsverhalten spürbar.

Die Analysten der Citi reagierten prompt auf die enttäuschenden Zahlen. In einer Notiz erklärten sie, dass die Ryanair-Aktie nach der Verfehlung der Erwartungen wahrscheinlich mit einem Minus im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich in den Handel starten werde. Für Anleger ist das ein deutliches Signal, dass der Markt die schwachen Quartalszahlen einpreisen wird.

Preisdruck hält im Sommer an

Auch für das laufende zweite Quartal – die klassische Hochsaison von Juli bis September – zeichnet sich keine schnelle Erholung ab. O'Leary erklärte, dass die Preisgestaltung im zweiten Quartal im Jahresvergleich „leicht nach unten" tendiere, trotz eines jüngsten leichten Anstiegs des Buchungsvolumens und geringerer Preisstimulierung. Das ist eine deutliche Kehrtwende gegenüber der Prognose vom Mai, als Ryanair noch von weitgehend stabilen Preisen zwischen Juli und September ausgegangen war.

Die Nachricht ist auch im breiteren Kontext bedeutsam: Ryanair gilt als Barometer für die europäische Luftfahrtbranche. Der fünf Monate andauernde Iran-Krieg hinterlässt bei Unternehmen zunehmend sichtbare Spuren, da sich Friedensgespräche hinziehen und die Ölpreise auf hohem Niveau verharren – was die Treibstoffkosten für alle Airlines treibt.

Konsolidierungswelle könnte Preise 2027 stützen

Finanzvorstand Neil Sorahan sieht die aktuelle Preisschwäche jedoch als vorübergehend an. Er erwartet eine bevorstehende Konsolidierungswelle im europäischen Luftverkehr, die Kapazitäten aus dem Markt nehmen und die Preise mittelfristig stützen werde. „Es würde mich nicht überraschen, wenn es in diesem Winter eine Reihe von Opfern gäbe. Einige Akteure stehen kurz vor dem Aus", sagte Sorahan in einem Interview.

Konkret rechnet der Finanzchef damit, dass in diesem Winter in Europa „erhebliche Kapazitäten" abgebaut werden, „was sich positiv auf die Preisgestaltung auswirken könnte". Für den Sommer 2027 erwartet er sogar noch deutlich größere Kapazitätsrückgänge am Markt.

Auch der mögliche Verkauf des britischen Konkurrenten easyJet, um den bereits ein Bieterwettstreit entbrannt ist, könnte laut Sorahan zu einer weiteren Kapazitätsverringerung führen und einen „Dominoeffekt" der Konsolidierung in ganz Europa auslösen. Für Ryanair als Marktführer könnte ein konsolidierter Markt langfristig von Vorteil sein.

Trotz aller Herausforderungen zeigt sich Sorahan beim Thema Nachfrage grundsätzlich optimistisch. Hitzewellen, die Europa in den vergangenen Monaten heimgesucht haben, hätten keine negativen Auswirkungen auf die Buchungen gehabt. „Wir fliegen immer noch jeden Tag mit voller Auslastung ans Mittelmeer, nach Griechenland und anderswohin. Die Menschen sind so reiselustig wie eh und je, auch wenn sie etwas später buchen", sagte er.

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