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Privatanleger kehren den „Magnificent Seven" den Rücken

Statt Microsoft und Apple kaufen Kleinanleger zunehmend neuere KI-Werte – ein Stimmungswandel mit weitreichenden Folgen.

Privatanleger kehren den „Magnificent Seven" den Rücken

Die jahrelange Begeisterung privater Anleger für die größten Tech-Aktien der Welt kühlt merklich ab. Wie das Analysehaus Vanda Research zeigt, kaufen Privatanleger zunehmend weniger Aktien der sogenannten „Magnificent Seven" – also Microsoft, Apple, Amazon, Meta, Nvidia, Alphabet und Tesla. Stattdessen fließt das Kapital in neuere, weniger bekannte KI-Investments.

Dieser Trend wurde von der Journalistin Hannah Erin Lang für das Wall Street Journal dokumentiert. Die Daten von Vanda Research belegen, dass Privatanleger ihr Geld gezielt in aufstrebende KI-Werte umleiten. Als Beispiele werden Chip-Aktien wie SK Hynix sowie der Roundhill Memory Exchange Traded Fund (ETF) genannt – Produkte, die direkt von der wachsenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitieren sollen.

Vom Mainstream in die Nische

Wichtig zu verstehen: Viele Privatanleger halten nach wie vor ein erhebliches Engagement in den „Magnificent Seven". Es handelt sich also nicht um einen vollständigen Ausstieg, sondern um eine schrittweise Umschichtung. Anleger leiten zunehmend frisches Kapital in weniger bekannte Aktien um – in der Hoffnung, die nächsten großen KI-Gewinner frühzeitig zu identifizieren.

Dieser Wandel ist bemerkenswert, denn die „Magnificent Seven" galten jahrelang als die unangefochtenen Lieblinge der Privatanleger. Besonders nach dem KI-Boom rund um ChatGPT und generative KI ab 2023 hatten Aktien wie Nvidia oder Microsoft enorme Kursgewinne verzeichnet und Kleinanleger weltweit begeistert. Nun scheint ein Teil dieser Anleger zu glauben, dass die größten Kursgewinne bei den Schwergewichten bereits erzielt wurden.

Neue KI-Wetten auf dem Vormarsch

Der Fokus auf Chip-Hersteller wie SK Hynix zeigt, wo Privatanleger die nächste Wachstumswelle vermuten: in der Hardware-Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Speicherchips gelten als kritische Komponente für KI-Rechenzentren, und Unternehmen wie SK Hynix – ein südkoreanischer Halbleiterhersteller – profitieren direkt von der steigenden Nachfrage der großen KI-Modellentwickler.

Auch thematische ETFs wie der Roundhill Memory ETF gewinnen an Beliebtheit. Solche Produkte ermöglichen es Privatanlegern, breit gestreut in ein spezifisches Technologiesegment zu investieren, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen. Für deutsche Anleger sind derartige ETFs über die gängigen Online-Broker in der Regel problemlos handelbar.

Der Stimmungswandel bei Privatanlegern ist ein wichtiges Signal für die Märkte. Historisch gesehen haben Kleinanleger mit ihrer kollektiven Kaufkraft – besonders seit der Gamestop-Ära 2021 – erheblichen Einfluss auf einzelne Aktienkurse gezeigt. Wenn sich diese Anlegergruppe nun von etablierten Tech-Giganten abwendet und in Nischenwerte strömt, könnte dies sowohl die Bewertungen der „Magnificent Seven" unter Druck setzen als auch kleinere KI-Titel beflügeln.

Für Privatanleger gilt dennoch Vorsicht: Weniger bekannte Aktien und thematische ETFs bergen in der Regel höhere Risiken als breit diversifizierte Investments. Die Hoffnung, den „nächsten Nvidia" zu finden, ist verlockend – doch die Geschichte zeigt, dass solche Wetten häufig nicht aufgehen.

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