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Oracle drohen 7-Milliarden-Sicherheiten für Wisconsin-Rechenzentrum

Die US-Regulierungsbehörde hält an strengen Kreditanforderungen fest – mit massiven Folgen für Oracles KI-Ambitionen.

Oracle drohen 7-Milliarden-Sicherheiten für Wisconsin-Rechenzentrum

Oracle steht vor einer milliardenschweren Hürde in Wisconsin. Die staatliche Energieregulierungsbehörde des Bundesstaates, die Public Service Commission of Wisconsin, besteht auf Sicherheitsleistungen in Höhe von mehr als 7 Milliarden US-Dollar für ein geplantes Rechenzentrum in Port Washington. Das berichtete die Financial Times (FT) am Montag.

Die Behörde lehnte es ab, die dem Energieversorger We Energies auferlegten Kreditregeln zu überdenken. Diese Vorschriften sollen Haushalte vor steigenden Stromkosten schützen und verlangen von Oracle ein Sicherheitsakkreditiv in Höhe von 7 Milliarden Dollar – zu jährlichen Kosten von mehr als 100 Millionen US-Dollar.

Warum trifft Oracle diese Regelung besonders hart?

Der Tarif von We Energies für Großkunden schreibt vor, dass Rechenzentrumsentwickler mit einem S&P-Kreditrating unterhalb von „A-" entsprechende Sicherheiten in Form von Barmitteln oder einem Akkreditiv hinterlegen müssen. Die Höhe richtet sich nach dem Wert der Kraftwerke und Übertragungsleitungen, die eigens für die Versorgung des Rechenzentrums errichtet werden. Oracle verfügte zum relevanten Zeitpunkt lediglich über ein Triple-B-Rating – zwei Stufen unterhalb der geforderten Schwelle.

Das fast ein Gigawatt starke Rechenzentrum in Port Washington ist für Oracle von strategischer Bedeutung. Es stellt eine zentrale Investition dar, um den milliardenschweren Vertrag mit dem KI-Unternehmen OpenAI zu erfüllen. Oracle hat sich verpflichtet, Rechenleistung im Wert von 300 Milliarden US-Dollar bereitzustellen – ein enormes Vorhaben, das massive Infrastrukturinvestitionen erfordert.

Oracle zieht vor Gericht und hofft auf Umdenken

Das Technologieunternehmen reagierte auf die Entscheidung mit juristischen Mitteln. Im vergangenen Monat beantragte Oracle bei einem Bezirksrichter die Aufhebung der Regelung und forderte, dass We Energies auf die Sicherheitenanforderung verzichten darf. Oracle argumentierte, die Vorschriften drohten belastende Finanzierungskosten zu verursachen und könnten künftige Investitionen im Bundesstaat Wisconsin abschrecken.

Gleichzeitig setzt Oracle auf Dialog mit der Regulierungsbehörde. Gegenüber der FT erklärte das Unternehmen, man sei weiterhin hoffnungsvoll, dass die Kommission ihre Position überdenken werde – insbesondere angesichts der Arbeitsplatzchancen und des Wirtschaftswachstums, die das 15-Milliarden-Dollar-Projekt für Wisconsin mit sich bringe. Ein Vertreter der Regulierungsbehörde teilte der FT hingegen mit, dass bislang keine Maßnahmen in Bezug auf den Antrag ergriffen worden seien.

Die Auseinandersetzung in Wisconsin verdeutlicht die wachsenden Herausforderungen für Oracles KI-Strategie. Die zusätzlichen Kosten für die Absicherung der lokalen Stromversorgung verschärfen eine ohnehin angespannte Finanzlage: Das Unternehmen kämpft bereits mit steigender Verschuldung und hohem Bargeldverbrauch im Zuge seiner ambitionierten Expansionspläne im Bereich künstliche Intelligenz. Für Anleger bleibt die Entwicklung rund um das Wisconsin-Projekt ein wichtiger Faktor bei der Einschätzung von Oracles mittelfristiger Investitionsstrategie.

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