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Netflix-Aktie nach Kursrückgang: Zwei überzeugende Kaufargumente

Trotz eines Kursverlusts von 24% in diesem Jahr bietet die Netflix-Aktie attraktive Einstiegschancen für langfristige Anleger.

Netflix-Aktie nach Kursrückgang: Zwei überzeugende Kaufargumente

Netflix (NFLX) erlebt derzeit turbulente Zeiten an der Börse. Der Streaming-Marktführer verzeichnet in diesem Jahr einen Kursverlust von 24% und in den vergangenen zwölf Monaten sogar einen Rückgang von 42%. Das Update zum zweiten Quartal, das am 16. Juli veröffentlicht wurde, drückte den Aktienkurs zusätzlich nach unten.

Dabei waren die Quartalsergebnisse selbst keineswegs enttäuschend. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 13,4% auf 12,6 Milliarden US-Dollar, während der Gewinn je Aktie um 11% auf 0,80 US-Dollar zulegte. Der Dämpfer kam von der Prognose für das dritte Quartal: Netflix erwartet einen Umsatz von 12,9 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 11,7% gegenüber dem Vorjahr, das jedoch hinter den Erwartungen der Wall Street zurückblieb.

Trotz dieses Gegenwinds gibt es gewichtige Argumente, die Netflix-Aktie im aktuellen Kursrückgang zu kaufen. Zwei Gründe stechen dabei besonders hervor.

1. Unerschlossenes Potenzial im Sport-Streaming

Netflix ist zwar einer der führenden Akteure im globalen Streaming-Markt, hat sich jedoch in bestimmten Nischen noch nicht etabliert – allen voran im Sport-Streaming. Im Aktionärsbrief zum zweiten Quartal räumte das Unternehmen selbst ein, dass die Olympischen Winterspiele und die Fußball-Weltmeisterschaft negative Auswirkungen auf das Geschäft im ersten Halbjahr hatten, da Netflix die entsprechenden Übertragungsrechte nicht besitzt.

Viele Investoren werten dies als negatives Signal. Doch die Kehrseite ist bedeutsam: Gerade weil diese Großereignisse das Geschäft spürbar beeinflussen, zeigt sich, welches Wachstumspotenzial Netflix durch den Einstieg ins Sport-Streaming heben könnte. Das Unternehmen hat bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen und in den vergangenen Jahren Football-Spiele sowie Boxkämpfe live übertragen.

Berichten zufolge plant Netflix, sich um die Übertragungsrechte für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaften 2030 und 2034 zu bewerben. Mit seinem starken Markennamen und seiner globalen Reichweite könnte Netflix in diesem Segment ähnlich erfolgreich agieren wie spezialisierte Sport-Streaming-Anbieter – oder sogar erfolgreicher, sobald eine umfangreiche Inhaltsbibliothek aufgebaut ist.

2. Attraktive Bewertung nach dem Kursrückgang

Der zweite Kaufgrund liegt in der Bewertung. Nach dem jüngsten Kursrückgang notiert die Netflix-Aktie auf dem günstigsten Niveau der vergangenen zwei Jahre, gemessen am erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Zum Vergleich: Das durchschnittliche erwartete KGV für Informationstechnologie-Aktien liegt bei 21,6.

Kritiker mögen einwenden, dass die günstigere Bewertung die nachlassende Wachstumsdynamik widerspiegelt. Doch historisch betrachtet hat Netflix in ähnlichen Situationen stets eine Trendwende geschafft. Angesichts der noch unerschlossenen Möglichkeiten im Streaming- und Werbegeschäft spricht vieles dafür, dass dem Unternehmen dies erneut gelingen könnte.

Für deutsche Privatanleger, die nach soliden Wachstumswerten mit internationalem Profil suchen, könnte der aktuelle Kursrücksetzer bei Netflix eine interessante Einstiegsgelegenheit darstellen – vorausgesetzt, sie sind bereit, kurzfristige Volatilität in Kauf zu nehmen und auf die langfristige Stärke des Unternehmens zu setzen.

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