Moneysupermarket startet Investmentplattform mit Fonds und ETFs
Das britische Preisvergleichsportal will zum „Full-Service-Finanzbegleiter" werden und tritt gegen Hargreaves Lansdown an.

Das britische Preisvergleichsportal Moneysupermarket führt an diesem Wochenende eine eigene Investmentplattform ein. Kunden können damit Konten eröffnen sowie Investmentfonds und börsengehandelte Fonds (ETFs) handeln. Der Schritt bringt die Muttergesellschaft Mony Group in direkten Wettbewerb mit etablierten britischen Investmentplattformen wie Hargreaves Lansdown, AJ Bell und Interactive Investor.
„Investieren wirkt auf viele Menschen immer noch einschüchternd – 70 Prozent der Erwachsenen im Vereinigten Königreich investieren nicht. Wir sehen hier eine Chance, den Kunden zu helfen", sagte Peter Duffy, Vorstandsvorsitzender der Mony Group. Das Unternehmen zählt nach eigenen Angaben 12,7 Millionen aktive Nutzer und betreibt neben Moneysupermarket auch Marken wie MoneySavingExpert, Quidco und Travelsupermarket.
Die Plattform startet mit 40 Investmentfonds und ETFs. Das Angebot umfasst die diversifizierten LifeStrategy-Produkte von Vanguard, Mainstream-Fonds wie S&P-500-Tracker sowie speziellere KI- und Robotik-ETFs. Anleger können ihre Positionen entweder in einem steuerbegünstigten Aktiendepot (Stocks-and-Shares ISA) oder einem allgemeinen Anlagekonto halten.
Gebühren und Wettbewerbsumfeld
Die Plattformgebühr beträgt 0,34 Prozent, während der Handel selbst kostenlos ist. Zum Vergleich: Laut der Verbraucherfinanz-Website Boring Money liegt die durchschnittliche Verwaltungsgebühr für ein ISA-Konto mit 20.000 britischen Pfund bei 0,31 Prozent bei Fonds und bei 0,22 Prozent bei ETFs. Marktbeobachter sehen die Gebührenstruktur von Moneysupermarket damit als „voll ausgeschöpft".
Chris Bredin, Berater beim Marktforschungsunternehmen The Lang Cat, begrüßte den Schritt grundsätzlich, sieht aber Hürden: „Alles, was mehr Menschen zum Investieren bewegt, ist eine gute Sache. Aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades wird das Angebot Anklang finden, aber das Anlagespektrum ist begrenzt und mit einer Plattformgebühr von 34 Basispunkten ist es preislich voll ausgeschöpft, auch wenn der Handel kostenlos ist."
Holly Mackay, Gründerin und CEO von Boring Money, warnt zudem vor einem strukturellen Risiko: Der direkte Verkauf von Investments könnte „das gefährden, weswegen die Menschen zu Moneysupermarket kommen, nämlich eine unabhängige Meinung". Sie fügte hinzu: „Ich denke, sie werden einen schweren Stand haben, da dies nicht zu ihrer Kern-DNA gehört und es immer schwieriger wird, mit Investmentplattformen Geld zu verdienen."
Hintergrund: KI-Druck auf Preisvergleichsportale
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Zur AktienanalyseDer Launch der Investmentplattform folgt auf die Einführung einer Sparplattform im Februar, die Zugang zu Cash-ISAs von Drittanbietern und anderen Sparkonten bot. Das Unternehmen baut sein Angebot damit schrittweise aus – auch vor dem Hintergrund wachsender Bedenken, dass künstliche Intelligenz das Geschäftsmodell klassischer Preisvergleichsseiten gefährden könnte.
Im Februar fiel der Aktienkurs der Mony Group auf ein 13-Jahres-Tief, nachdem das US-Unternehmen Insurify die erste Versicherungs-App im ChatGPT-App-Verzeichnis von OpenAI vorgestellt hatte. Diese ermöglicht es US-Nutzern, Kfz-Versicherungen zu vergleichen, ohne ChatGPT zu verlassen – was Befürchtungen über eine Kannibalisierung des Preisvergleichsgeschäfts auslöste. Im April konterte Moneysupermarket mit einer eigenen ChatGPT-App für Kfz-Versicherungen, Breitband und Bankdienstleistungen. Seit den Tiefstständen im Februar hat sich der Aktienkurs der Muttergesellschaft um 42 Prozent erholt.
CEO Duffy bestritt, dass die neuen Angebote eine direkte Reaktion auf KI-Bedrohungen seien. Er bezeichnete den Schritt als „den nächsten logischen Schritt, um unseren Kunden besser zu helfen". Die Integration in die bestehende App soll dabei ein entscheidender Vorteil sein: „Dies ist in die App integriert, in der Sie auch alles andere erledigen. Es gibt nichts Vergleichbares auf dem Markt", so Duffy.


