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Moderna-Aktie verdoppelt: Wall Street sieht kaum noch Aufwärtspotenzial

MRNA legte seit Jahresbeginn über 100 Prozent zu – doch Analysten warnen: Das schnelle Geld ist bereits verdient.

Moderna-Aktie verdoppelt: Wall Street sieht kaum noch Aufwärtspotenzial

Die Moderna-Aktie (MRNA) hat sich im bisherigen Jahresverlauf mit einem Plus von +101,7 Prozent auf 60,28 US-Dollar glatt verdoppelt. Dennoch zeigt sich die Wall Street auffallend zurückhaltend: Von 23 Analysten empfehlen 17 das Papier lediglich zu halten, nur 3 sprechen eine Kaufempfehlung aus – und ebenso viele raten zum Verkauf. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt aktuell bei 23,78 Milliarden US-Dollar.

Die Kurszielspanne der Analysten verdeutlicht die tiefe Spaltung unter den Marktteilnehmern. Das optimistischste Ziel liegt bei 77 US-Dollar, das pessimistischste bei lediglich 25 US-Dollar. Auch der Fair Value von InvestingPro in Höhe von 55,06 US-Dollar signalisiert ein leichtes Abwärtspotenzial von rund 8 Prozent gegenüber dem aktuellen Kursniveau.

Kurszielerhöhungen ohne Hochstufungen

Ein besonders aufschlussreiches Detail: Selbst jene Banken, die ihre Kursziele zuletzt angehoben haben, scheuen eine positive Neubewertung der Aktie. Goldman Sachs erhöhte das Ziel auf 67 US-Dollar – damit liegt es zwar über dem aktuellen Kurs –, behielt jedoch die Einstufung „Neutral" bei. Wolfe Research brachte die Stimmung auf den Punkt: „Die fundamentale Geschichte bleibt dieselbe" und räumte ein, dass die Rallye eher durch schrittweise Unternehmens-Updates als durch harte Datenlage getrieben wird.

Die Hoffnungen der Investoren ruhen vor allem auf Modernas Onkologie-Pipeline. Das Unternehmen hat gerade den ersten Patienten in einer Phase-1-Studie für mRNA-4200 behandelt – seiner dritten sogenannten „Off-the-shelf"-Krebsantigen-Therapie, die in Partnerschaft mit dem Biotechunternehmen Immatics entwickelt wird. Diese Plattform gilt als zentrale Wachstumshypothese für die Post-COVID-Ära des Unternehmens.

Hoher Cash-Burn und laufende Rechtsstreitigkeiten belasten

Die finanzielle Lage des Unternehmens bleibt jedoch angespannt. Die EPS-Schätzungen (Gewinn je Aktie) zeigen Verluste bis ans Ende des Modellhorizonts: –7,95 US-Dollar für 2026 und –6,25 US-Dollar für 2027. Der Umsatz der letzten zwölf Monate belief sich auf lediglich 2,23 Milliarden US-Dollar bei einer negativen Bruttomarge von 70 Prozent – ein deutliches Zeichen dafür, dass das Unternehmen noch weit von der Profitabilität entfernt ist.

Hinzu kommen rechtliche Belastungen: Im Juli zahlte Moderna 178 Millionen US-Dollar an Arbutus Biopharma, um einen Patentstreit rund um die Lipid-Nanopartikel-Technologie (LNP) beizulegen. Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen einer neuen Klage des deutschen Biotechunternehmens CureVac gegenüber – ein weiteres Risiko, das Anleger im Blick behalten sollten.

Insider-Verkauf sendet ein Signal

Bemerkenswert ist auch ein Insider-Signal: Präsident Stephen Hoge verkaufte am 15. Juli Aktien im Wert von 3,6 Millionen US-Dollar zu einem Kurs von 67,60 US-Dollar – deutlich über dem aktuellen Niveau. Der Verkauf erfolgte über einen im Voraus geplanten 10b5-1-Plan, was zwar eine routinemäßige Transaktion darstellt, aber dennoch Aufmerksamkeit verdient.

Das Fazit der Wall Street ist klar: Die Aktie hat sich bereits verdoppelt und notiert nun sogar über dem neu angehobenen Kursziel von Goldman Sachs. Was bleibt, ist eine binäre Wette auf die klinische Pipeline. Die Phase-3-Daten zum Melanom, die Ende 2026 erwartet werden, gelten als entscheidender Moment der Wahrheit. Ein positives Ergebnis könnte die gesamte mRNA-Onkologie-Plattform von Moderna validieren – eine Enttäuschung hingegen könnte einen Großteil der diesjährigen Kursgewinne zunichtemachen.

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