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Mexikos Wirtschaft wächst langsamer – Handelsunsicherheit belastet Investitionen

Eine Reuters-Umfrage unter 32 Ökonomen senkt die Wachstumsprognosen für Mexiko deutlich – wegen anhaltender Unsicherheit beim USMCA-Handelsabkommen.

Mexikos Wirtschaft wächst langsamer – Handelsunsicherheit belastet Investitionen

Mexikos Wirtschaft wird in den kommenden Jahren deutlich langsamer wachsen als bislang erwartet. Das zeigt eine aktuelle Reuters-Umfrage unter 32 Ökonomen, die zwischen dem 13. und 17. Juli befragt wurden. Als Hauptgrund nennen die Analysten die anhaltende Unsicherheit rund um die Handelsregeln mit den Vereinigten Staaten, die private Investitionen weiterhin bremsen.

Laut den Medianschätzungen der Umfrage wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Mexikos im Jahr 2026 um lediglich 1,1 Prozent wachsen und im Jahr 2027 um 1,8 Prozent. Im Vergleich zur April-Umfrage bedeutet das eine spürbare Abwärtskorrektur: Damals lagen die Konsensschätzungen noch bei 1,5 Prozent für 2026 und 1,9 Prozent für 2027. Damit zeichnet sich eine schwache Erholung nach einem ohnehin mageren Wachstum von nur 0,5 Prozent im Jahr 2025 ab.

USMCA-Streit belastet Investitionsklima

Ein zentraler Unsicherheitsfaktor ist das Handelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada (USMCA). Die Spannungen verschärften sich Anfang Juli, nachdem Washington eine Verlängerung des Abkommens um 16 Jahre ablehnte und stattdessen eine Laufzeit von zehn Jahren mit jährlichen Überprüfungen durchsetzte. Diese Entscheidung sorgt bei Unternehmen für Planungsunsicherheit, insbesondere in exportorientierten Sektoren.

Alberto Ramos, Leiter der Abteilung für lateinamerikanische Volkswirtschaften bei Goldman Sachs, beschreibt den Gesamtausblick für Mexiko als „nicht besonders inspirierend". Er mahnt zur Geduld: „Zum jetzigen Zeitpunkt scheint niemand in Panik zu geraten. Wir müssen abwarten, wie sich die Handelsverhandlungen entwickeln. Hoffentlich werden sie nicht durch externe Faktoren wie Einwanderung und andere Themen belastet."

Elijah Oliveros-Rosen, Chefökonom für Schwellenländer bei S&P Global Ratings, erwartet zwar, dass die Handelsströme zwischen Mexiko und den USA mittelfristig stark bleiben. Allerdings warnt er: „Die jährlichen Verlängerungen, die zu potenziellen Änderungen am USMCA führen könnten, werden langfristige Investitionsentscheidungen in den Exportsektoren erschweren."

Automobilsektor besonders im Fokus

Besonders sensibel ist laut Analysten von Barclays der Automobilsektor. Mexikanische Regierungsvertreter lehnen die von den USA vorgeschlagenen Änderungen an den Ursprungsregeln ab – also den Vorschriften, die festlegen, welcher Anteil eines Produkts im USMCA-Raum hergestellt sein muss, um Zollvorteile zu genießen. Die Barclays-Analysten bringen es auf den Punkt: „Unternehmen können oft mit Zöllen, Ursprungsregeln und regulatorischen Änderungen umgehen, aber was schwieriger zu bewältigen ist, ist die Unsicherheit über die künftigen Rahmenbedingungen."

Die Risikoverteilung unter den befragten Ökonomen fällt eindeutig aus: Von 13 Befragten, die eine Zusatzfrage zur Wachstumsprognose für das kommende Jahr beantworteten, sehen neun das Risiko eines schwächeren Wachstums als erwartet – nur vier rechnen mit einer positiven Überraschung.

Inflation bleibt hartnäckig, Zentralbank hält Kurs

Auch auf der Inflationsseite gibt es wenig Entwarnung. Die Medianschätzungen der Umfrage sehen die durchschnittliche Inflation für 2025 bei 4,0 Prozent und für 2027 bei 3,8 Prozent – identisch mit den April-Werten. Damit liegt die Teuerungsrate an oder nahe der Obergrenze des Zielkorridors der mexikanischen Zentralbank, der bei 3 Prozent plus oder minus einem Prozentpunkt liegt.

Von 12 Ökonomen, die eine Zusatzfrage zu den Inflationsrisiken beantworteten, erwarten sieben, dass die Teuerung schneller als prognostiziert steigen könnte. Nur fünf sehen das Risiko einer langsameren Preisentwicklung. Um den Inflationsdruck zu kontrollieren, dürfte die Zentralbank ihren Leitzins den Prognosen zufolge mindestens bis Ende 2026 bei 6,50 Prozent belassen.

Staatliche Maßnahmen zur Stützung der heimischen Industrie werden laut Goldman-Sachs-Experte Ramos nur begrenzt helfen. Mexiko verfüge nicht über ausreichend fiskalischen Spielraum und benötige stattdessen strukturelle Reformen – etwa die Öffnung des Energiesektors.

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