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Membranproteine: Automatisierte Aufreinigung revolutioniert Target-Validierung in der Forschung

Neue detergentienfreie Methode bewahrt native Struktur von Membranproteinen und macht Hochrisiko-Targets für Routine-Workflows zugänglich.

Membranproteine: Automatisierte Aufreinigung revolutioniert Target-Validierung in der Forschung

Membranproteine gelten in der biomedizinischen Forschung seit Langem als besonders schwierige Untersuchungsobjekte. Ihre komplexe Struktur und Empfindlichkeit gegenüber herkömmlichen Aufreinigungsverfahren machten sie bislang zu sogenannten Hochrisiko-Targets – also zu Zielmolekülen, deren Bearbeitung mit erheblichem technischen Aufwand und hoher Fehlerquote verbunden war. Eine neue automatisierte Methode soll das nun grundlegend ändern.

Im Mittelpunkt steht ein detergentienfreier Ansatz zur Aufreinigung von Membranproteinen. Detergenzien – also grenzflächenaktive Substanzen, die üblicherweise zur Isolierung von Membranproteinen eingesetzt werden – können die native, also natürliche dreidimensionale Struktur dieser Proteine beschädigen oder verändern. Genau das soll mit dem neuen Verfahren vermieden werden.

Strukturerhalt als entscheidender Vorteil

Die automatisierte, detergentienfreie Aufreinigung bewahrt laut dem Bericht die native Struktur der Membranproteine. Das ist für die Target-Validierung von zentraler Bedeutung: Nur wenn ein Protein in seiner natürlichen Form vorliegt, lassen sich verlässliche Aussagen darüber treffen, ob es als Angriffspunkt für neue Wirkstoffe oder Therapien geeignet ist.

Membranproteine sind in der Pharmakologie besonders relevant, da sie eine Schlüsselrolle bei der Signalübertragung zwischen Zellen spielen und häufig als Zielstrukturen für Medikamente dienen. Schätzungen zufolge sind rund 60 Prozent aller zugelassenen Arzneimittel gegen Membranproteine gerichtet – darunter viele Rezeptoren und Ionenkanäle.

Von Hochrisiko-Targets zu Routine-Workflows

Der entscheidende Fortschritt liegt in der Überführung bislang schwer handhabbarer Hochrisiko-Targets in standardisierbare Routine-Workflows. Das bedeutet: Forschungslabore können diese Proteine künftig zuverlässiger und reproduzierbarer untersuchen, ohne auf aufwendige Einzellösungen angewiesen zu sein.

Zuverlässigere Workflows bei der Target-Validierung sind ein wesentlicher Schritt hin zu effizienteren Wirkstoffforschungsprozessen. Gerade in der frühen Phase der Medikamentenentwicklung, in der viele potenzielle Wirkstoffe scheitern, kann eine verbesserte Validierungsmethodik erhebliche Zeit- und Kostenersparnisse bedeuten.

Die Entwicklung wurde von Andreas Kronberg beschrieben und im Fachmedium News-Medical veröffentlicht. Sie steht exemplarisch für den wachsenden Trend zur Automatisierung und Standardisierung in der Lebenswissenschaftsforschung – einem Bereich, der für die biopharmazeutische Industrie weltweit von wachsender wirtschaftlicher Bedeutung ist.

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