IEA: Kerosin-Engpässe vor Sommerreisesaison dank höherer Produktion entspannt
Gestiegene Raffinerieproduktion und Rekordexporte aus den USA beruhigen den Flugkraftstoffmarkt vor der Sommersaison.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat am Mittwoch Entwarnung für den Flugkraftstoffmarkt gegeben. Die Sorgen über mögliche Engpässe bei Kerosin vor der Sommerreisesaison haben deutlich nachgelassen – und das dank einer gestiegenen Raffinerieproduktion sowie höherer Exportmengen auf beiden Seiten des Atlantiks.
US-amerikanische Raffinerien produzierten im März mehr als zwei Millionen Barrel Kerosin pro Tag. Europäische Anlagen kamen im gleichen Zeitraum auf 1,3 Millionen Barrel täglich. Sowohl im April als auch im Mai stiegen die Produktionsmengen weiter an, was die Versorgungslage spürbar verbesserte.
Rekordexporte aus den USA stützen Europa
Die USA entwickelten sich dabei zu einem zentralen Lieferanten für den europäischen Markt. Die US-Exporte nach Europa erreichten Rekordwerte, während gleichzeitig die inländischen Kerosin-Lagerbestände in den Vereinigten Staaten über dem Durchschnitt lagen. Diese komfortable Lagersituation schuf den nötigen Spielraum, um Exportmärkte zuverlässig zu beliefern.
Auch Nigeria trat als bedeutender Lieferant von Flugkraftstoff für Europa in Erscheinung. Daten des Marktanalyseunternehmens Kpler zeigen, dass die Kerosin-Importe aus Nigeria in der ersten Junihälfte 127.000 Barrel pro Tag erreichten. Die US-Importe nach Europa beliefen sich im gleichen Zeitraum auf 136.000 Barrel pro Tag – ein deutliches Zeichen für die diversifizierte Versorgungsbasis des europäischen Marktes.
Europäische Raffinerien steigern Ausstoß
Auch innerhalb Europas zog die Produktion an. Höhere Raffineriemargen für Mitteldestillate – also Kraftstoffe wie Kerosin und Diesel – veranlassten Raffinerien in Italien, Norwegen und Dänemark, ihre Produktion auszuweiten. Zusätzlichen Schub lieferte der Abschluss von Wartungsarbeiten in Raffinerien in Polen, Belgien und Deutschland, die den Gesamtausstoß weiter ankurbelten.
Bemerkenswert ist dabei, dass der Anstieg der Kerosinproduktion nicht auf Kosten der Dieselausbeute ging. Die IEA wertet dies als Hinweis darauf, dass die Raffinerien verstärkt schwefelarme Einsatzstoffe über sogenannte Hydrocracking-Kapazitäten verarbeitet haben – ein technisches Verfahren, das eine flexiblere Aufteilung der Produktionsmengen ermöglicht.
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Zur Aktienanalyse„Kerosin wird weiterhin hoch genug bepreist, um seinen Anteil am gesamten Produktausstoß zu sichern, wobei sich der Regrade von Kerosin zu Diesel nahezu auf das Niveau vor dem Konflikt verengt hat, während die Diesel-Cracks weiterhin nahe bei 40 Dollar pro Barrel liegen", heißt es im IEA-Bericht.
Die Entwicklung ist für Fluggesellschaften und Reisende gleichermaßen relevant. Kerosin macht einen erheblichen Teil der Betriebskosten von Airlines aus. Eine entspannte Versorgungslage kann den Preisdruck auf Flugtickets dämpfen – ein wichtiger Faktor in der bevorstehenden Hochsaison des Luftverkehrs.


