FIFA erzielt bei der WM 2026 über 9 Milliarden Dollar Umsatz
Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 war das lukrativste Sportereignis der Geschichte – mit Spanien als neuem Weltmeister und der FIFA als finanziellem Hauptgewinner.

Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 ist Geschichte – und sie hat Maßstäbe gesetzt, die weit über den Sport hinausgehen. Spanien sicherte sich am Sonntag den Titel durch ein 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien. Barcelona-Stürmer Ferran Torres erzielte das einzige Tor des Finals. Argentinien musste die letzten Minuten zu zehnt bestreiten, nachdem Enzo Fernández wegen eines Fouls an Pau Cubarsi seine zweite Gelbe Karte gesehen hatte.
Hinter den Kulissen war die FIFA der eigentliche Sieger des Turniers. Der Weltfußballverband erwartet für das Jahr 2026 einen Gesamtumsatz von über 9 Milliarden US-Dollar – ein Rekord in der Geschichte des Sports. Damit übertrifft die WM 2026 jedes andere Sportereignis, das je stattgefunden hat.
Das Turnier war erstmals mit 48 statt bisher 32 Mannschaften ausgetragen worden. Das bedeutete 104 Spiele statt 64, verteilt über sechs statt vier Wochen. Mehr Spiele bedeuten mehr Ticketeinnahmen, mehr Inhalte für Rundfunkanstalten und mehr Werbefläche für Sponsoren – ein Multiplikator für die Einnahmen der FIFA auf allen Ebenen.
Ausverkaufte Stadien trotz hoher Preise
Die Ticketpreise sorgten im Vorfeld für Diskussionen. Laut dem Analyseanbieter TicketData lagen die Eintrittspreise zwischen 60 und über 10.000 US-Dollar, mit einem Medianpreis von über 900 US-Dollar. Viele Beobachter fragten sich, ob die Nachfrage bei diesen Preisen stabil bleiben würde.
Die Antwort kam schnell und eindeutig. „In der Gruppenphase war die Auslastung der Stadien mit 99 Prozent praktisch ausverkauft", sagte Antonio Di Cianni, Director of Advisory bei Football Benchmark, gegenüber CNBC. „Es hat gezeigt, dass die Menschen bereit sind, diese Preise zu zahlen."
Neben dem sportlichen Programm sorgte die Weltmeisterschaft 2026 auch mit einer Premiere für Aufsehen: Zum ersten Mal in der WM-Geschichte gab es eine Halbzeitshow im Finale. Künstler wie Madonna, Justin Bieber, BTS und Shakira traten auf. Die Show verlängerte die Halbzeitpause auf mehr als 27 Minuten – was bei Kommentatoren und Fans auf Kritik stieß.
Infantinos Expansionsstrategie und politische Verbindungen
Hinter dem kommerziellen Erfolg steht FIFA-Präsident Gianni Infantino, der als treibende Kraft hinter der Kommerzialisierungsstrategie des Verbands gilt. Ermutigt durch die starke Nachfrage beim 48-Teams-Format, brachte Infantino bereits die Idee einer weiteren Expansion auf 64 Mannschaften für die WM 2030 ins Spiel. „Das sind alles Themen, die wir nach der Weltmeisterschaft prüfen werden", sagte er dem Schweizer Sender Blue Sport.
Kieran Maguire, außerordentlicher Professor für Fußballfinanzen an der University of Liverpool, sieht in einer solchen Ausweitung eine Chance für den globalen Fußball. „Dies ist die Chance für die Weltmeisterschaft, zu den Olympischen Spielen des Fußballs zu werden, in dem Sinne, dass sie für viel mehr Nationen offen steht", sagte er gegenüber CNBC. Fast ein Drittel aller teilnahmeberechtigten Länder würde dann am Turnier teilnehmen.
Infantinos Beziehung zu US-Präsident Donald Trump geriet während des Turniers ebenfalls in den Fokus. Trump war stark in die WM involviert, die die USA gemeinsam mit Mexiko und Kanada ausrichteten. Laut Trumps Finanzoffenlegung für 2025 schenkte Infantino dem Präsidenten 10 Tickets im Wert von 15.000 US-Dollar für das Finale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft im vergangenen Juli. Zudem wurde bekannt, dass Trump Infantino anrief, um eine Sperre für den US-Spieler Folarin Balogun zu überprüfen – eine Rote Karte, die Balogun im Spiel gegen Belgien erhalten hatte und die anschließend aufgehoben wurde.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseMilliarden für die Entwicklung des Weltfußballs
Als gemeinnützige Organisation verteilt die FIFA einen Teil ihrer Einnahmen an ihre 211 Mitgliedsstaaten. Im Rahmen des Programms „FIFA Forward 4.0" sind zwischen 2027 und 2030 Ausschüttungen von 2,7 Milliarden US-Dollar für die Fußballentwicklung geplant. Maguire sieht darin auch eine politische Dimension: „Die FIFA unter Infantino gibt kleinen Ländern viel Geld, die ihn im Gegenzug für seine Wiederwahl als Präsident wählen."
Der Blick richtet sich bereits auf die WM 2030, die das 100-jährige Jubiläum des Turniers feiern wird. Die FIFA hat dafür ein Budget von 6 Milliarden US-Dollar eingeplant und beschreibt das Ereignis als ein „noch attraktiveres Ereignis für Rundfunkanstalten". Für Investoren und Medienunternehmen weltweit dürfte die WM 2030 damit erneut ein Pflichttermin werden.


