Farnborough Airshow 2025: Rüstung und Flugzeugaufträge im Mittelpunkt
Die Farnborough Airshow startet am Montag – Boeing, Airbus und Rüstungskonzerne buhlen um Aufträge in einem veränderten Marktumfeld.

Die Farnborough Airshow öffnet am 20. Juli ihre Pforten und rückt damit eine der bedeutendsten Luft- und Raumfahrtmessen der Welt erneut ins globale Rampenlicht. Boeing und Airbus konkurrieren um Flugzeugaufträge, während Rüstungskonzerne verstärkt um Anteile an den wachsenden Militärbudgets kämpfen, die durch die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten befeuert werden. Die Veranstaltung läuft vom 20. bis 24. Juli im englischen Farnborough.
Brancheninsidern zufolge dürften die Gesamtaufträge für Flugzeuge jedoch deutlich hinter den Erwartungen einiger Analysten zurückbleiben, die mit 800 oder mehr Bestellungen gerechnet hatten. Realistischer erscheint eine gemeinsame Auftragszahl von etwas mehr als 300 Flugzeugen für Airbus und Boeing zusammen – sofern Last-Minute-Verhandlungen nicht noch zu weiteren Abschlüssen führen. Als Hauptgrund gelten die anhaltenden Lieferkettenprobleme, die die Produktion beider Hersteller weiterhin einschränken.
Der Leiter der Verkehrsflugzeugsparte von Boeing machte am Vorabend der Veranstaltung deutlich, dass sich das Unternehmen derzeit auf die Steigerung und Verbesserung der Flugzeugproduktion konzentriere – „nicht auf die Bekanntgabe von Aufträgen". Diese Aussage unterstreicht, wie stark die Lieferkettenkrise den US-amerikanischen Flugzeugbauer nach wie vor beschäftigt.
Erwartete Auftragsankündigungen
Zu den konkreten Deals, die in dieser Woche erwartet werden, gehört eine Bestellung der irischen Leasinggesellschaft SMBC Aviation Capital. Das Unternehmen soll bei beiden Herstellern jeweils rund 100 Schmalrumpfflugzeuge bestellen, wie Insider berichten. Bloomberg News hatte zuerst über das potenzielle Geschäft berichtet. Keines der beteiligten Unternehmen wollte sich dazu äußern.
Auch weitere Fluggesellschaften befinden sich in Verhandlungen über neue Aufträge. Dazu zählen Riyadh Air sowie Philippine Airlines. Weniger Hoffnung besteht hingegen bei Turkish Airlines: Die Fluggesellschaft hat den geplanten Kauf von 150 Boeing 737 MAX-Jets an den Abschluss langfristiger Wartungsverträge mit Triebwerksherstellern geknüpft – ein Durchbruch in diesen Gesprächen war zuletzt nicht in Sicht.
Rüstung dominiert das Messebild
Ein auffälliger Wandel prägt die diesjährige Farnborough Airshow: Rüstungsunternehmen stellen die Hälfte der Rekordzahl von 1.600 Ausstellern. Das ist ein historischer Einschnitt für eine Veranstaltung, die 1948 als Schaufenster für britische Luft- und Raumfahrttechnologie mit zivilem Schwerpunkt begann. Dieser Wandel spiegelt wider, wie die aktuellen Konflikte die Ausgabenprioritäten von Regierungen weltweit verschoben haben.
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Zur AktienanalyseDie Nachfrage nach neuen Verteidigungstechnologien hat sich spürbar beschleunigt. Im Fokus stehen dabei unbemannte Kampfjets, Kamikaze-Drohnen und autonome KI-gestützte Software. Regierungen ziehen Lehren aus den laufenden Konflikten und investieren gezielt in diese Technologien.
Die Eröffnung der Messe fällt zudem mit dem ersten Amtstag des designierten britischen Premierministers Andy Burnham zusammen, der laut Berichten bei der Veranstaltung erscheinen könnte. Für die britische Luft- und Raumfahrtbranche wäre ein solcher Auftritt ein starkes politisches Signal.


