Eramet unterzeichnet MoU mit Gabun für Manganerz-Verarbeitung
Der Rohstoffkonzern Eramet und die gabunische Regierung wollen bis 2031 die lokale Manganerz-Verarbeitung massiv ausbauen.

Eramet und seine gabunische Tochtergesellschaft Eramet Comilog haben eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) mit der Regierung von Gabun unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht einen Fahrplan vor, der die Verarbeitung von bis zu 700 Kilotonnen Manganerz pro Jahr in Gabun bis Ende 2031 ermöglichen soll. Dies gab der Nickel-, Mangan- und Lithiumproduzent in einer offiziellen Mitteilung bekannt.
Im Kern zielt das MoU darauf ab, den Anteil des in Gabun lokal verarbeiteten Manganerzes durch Eramet Comilog deutlich zu erhöhen. Gabun ist eines der bedeutendsten Manganförderländer weltweit, und Eramet gehört über seine Tochtergesellschaft Comilog zu den wichtigsten Akteuren im zentralafrikanischen Bergbausektor. Die Vereinbarung unterstreicht das Bestreben beider Seiten, die Wertschöpfung stärker im Förderland selbst zu verankern.
Biokohle und lokale Industrieförderung
Neben der Manganerz-Verarbeitung umfasst das MoU weitere industriepolitische Ziele. Eramet und seine Tochtergesellschaft Comilog verpflichten sich demnach, einen lokalen Sektor für die Produktion von Biokohle in Gabun aufzubauen. Biokohle kann in metallurgischen Prozessen als nachhaltigere Alternative zu fossilen Brennstoffen eingesetzt werden und gewinnt in der Rohstoffindustrie zunehmend an Bedeutung.
Ein weiterer zentraler Bestandteil der Vereinbarung ist die Initiative „Made in Gabon". Dabei handelt es sich um einen Seed-Fonds, der gezielt die Schaffung von 3.000 Arbeitsplätzen im gabunischen Industriesektor anstrebt. Solche Beschäftigungsinitiativen sind in ressourcenreichen Entwicklungsländern ein wichtiges Instrument, um den wirtschaftlichen Nutzen des Rohstoffabbaus breiter in der lokalen Bevölkerung zu verankern.
Strategische Bedeutung für Eramet
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseFür Eramet ist Gabun ein strategisch bedeutender Standort. Das Unternehmen ist als Produzent von Nickel, Mangan und Lithium in mehreren Ländern aktiv und zählt zu den global relevanten Bergbaukonzernen. Die Vereinbarung mit der gabunischen Regierung zeigt, dass Eramet seine Präsenz in Zentralafrika langfristig festigen und ausbauen will.
Die Unterzeichnung des MoU ist zunächst eine Absichtserklärung und kein rechtsverbindlicher Vertrag. Dennoch signalisiert sie eine klare strategische Ausrichtung beider Parteien. Für Investoren und Beobachter des Rohstoffsektors ist das Abkommen ein Indikator dafür, dass Eramet die lokale Verarbeitung als zentralen Wachstumspfad für seine gabunischen Aktivitäten betrachtet. Die konkrete Umsetzung des Fahrplans bis 2031 bleibt nun abzuwarten.


