ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Entwicklungsbanken stellen Rekord-Klimafinanzierung von 162,5 Milliarden Dollar bereit

Multilaterale Entwicklungsbanken erreichen neuen Höchstwert – doch der Rückzug der Weltbank von Klimazielen gefährdet künftige Ambitionen.

Entwicklungsbanken stellen Rekord-Klimafinanzierung von 162,5 Milliarden Dollar bereit

Die multilateralen Entwicklungsbanken (MDBs) haben im vergangenen Jahr eine Rekordsumme von 162,5 Milliarden US-Dollar für die Klimafinanzierung bereitgestellt. Dies geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der Europäischen Investitionsbank (EIB) hervor. Davon flossen fast 103 Milliarden Dollar in Entwicklungsländer – ein Anstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die EIB, die den Bericht im Namen von zehn der weltweit größten Entwicklungsbanken veröffentlichte, wertet die Zahlen als Beleg dafür, dass die MDBs „auf Kurs" sind, die auf dem UN-Klimagipfel COP29 in Baku 2024 gesetzten Ziele zu erreichen. Dort hatten sich die Kreditgeber verpflichtet, bis 2030 jährlich mindestens 120 Milliarden Dollar an Klimafinanzierung für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen bereitzustellen – zuzüglich 50 Milliarden Dollar pro Jahr für Volkswirtschaften mit hohem Einkommen.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass die multilateralen Entwicklungsbanken in großem Umfang liefern und die Unterstützung dort beschleunigen, wo sie am dringendsten benötigt wird", sagte EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle.

Weltbank gibt Klimaziel auf – Beobachter besorgt

Trotz der Rekordzahlen wächst die Sorge um die langfristige Erreichung der Klimaziele. Die Weltbank hat im vergangenen Monat beschlossen, ihr Ziel aufzugeben, 45 Prozent ihrer jährlichen Finanzierung für klimabezogene Projekte aufzuwenden. Das Ziel war 2023 unter der Präsidentschaft von Joe Biden verabschiedet worden. Die Bank erklärte, ihr Fokus liege nun auf den Ergebnissen der Kreditvergabe statt auf sogenannten Input-Zielen – ein Schritt, der auf Druck der Trump-Administration erfolgte.

Die Bedeutung der Weltbank für das Gesamtziel ist dabei kaum zu überschätzen: Sie stellte im vergangenen Jahr fast die Hälfte der 102,6 Milliarden Dollar an Klimafinanzierung bereit, die in Entwicklungsländer flossen – und hat dies bereits in den letzten fünf Jahren getan. Jamie Fergusson, Klimadirektor der Weltbankgruppe, betonte jedoch, die Zahlen zeigten, dass die Bank weiterhin auf die Nachfrage nach einer „klimaintelligenten Entwicklung" reagiere und dass Entwicklung und Klima miteinander verflochtene Herausforderungen seien.

EIB-Vizepräsident Fayolle zeigte sich trotz der Kursänderung der Weltbank optimistisch: „Ich werde mich nicht zu einer bestimmten Institution äußern, aber wenn ich mir die Zahlen ansehe, bin ich sehr optimistisch, was das Erreichen des Ziels für 2030 angeht."

Klimaschutz und Anpassung: Milliarden für erneuerbare Energien

Die Zahlen schlüsseln sich inhaltlich wie folgt auf: Klimaschutzprojekte (Mitigation), darunter Initiativen für erneuerbare Energien und Emissionsminderungen, machten 2025 insgesamt 68 Milliarden Dollar aus. Die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen (Adaptation), die Ländern helfen soll, mit den zunehmend schweren Folgen des Klimawandels umzugehen, stieg um 31 Prozent auf 35 Milliarden Dollar.

Auch die Kreditvergabe für klimabezogene Projekte in Ländern mit hohem Einkommen legte deutlich zu – auf fast 60 Milliarden Dollar, verglichen mit etwas mehr als 31 Milliarden Dollar im Jahr 2021. Zusätzlich wurden 80 Milliarden Dollar an privaten Mitteln mobilisiert.

Die Klimafinanzierung der MDBs für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen hat sich in den vergangenen fünf Jahren insgesamt verdoppelt – von 51,6 Milliarden Dollar im Jahr 2021 auf nun über 102 Milliarden Dollar.

Blick auf COP30 und COP31

Auf dem letztjährigen Klimagipfel COP30 in Brasilien bekräftigten die multilateralen Entwicklungsbanken ihre Zusage, die Unterstützung für Länder mit kohlenstoffarmer und klimaresilienter Politik weiter auszubauen. Die diesjährige COP31 findet im November in der Türkei statt und soll vergangene Beschlüsse in konkrete Maßnahmen umsetzen. Der türkische Klimaminister erklärte im April gegenüber Reuters, dass fast eine Billion Dollar benötigt würden, um Entwicklungsländern beim Erreichen ihrer Klimaziele zu helfen.

Danny Scull vom umweltorientierten Think Tank E3G erwartet trotz der Kursänderung der Weltbank, dass das Ziel von 120 Milliarden Dollar jährlich bis 2030 erreicht wird. Er betonte jedoch, dieses Ziel sei stets als „Untergrenze für die COP-Ambitionen" gedacht gewesen. Ein „echtes" Ziel von nahezu 180 Milliarden Dollar pro Jahr erfordere „kontinuierliche Innovationen der MDBs und ihrer Anteilseigner".

KlimafinanzierungEntwicklungsbankenWeltbankEIBCOP29Multilaterale EntwicklungsbankenKlimaziele 2030

Disclaimer