Energy Transfer: Warum die MLP-Aktie weiter outperformen dürfte
Nach einem Plus von über 24% im ersten Halbjahr 2026 sprechen starke Wachstumskatalysatoren für eine weitere Outperformance gegenüber dem S&P 500.

Energy Transfer (ET) hat im bisherigen Jahresverlauf 2026 eine beeindruckende Performance gezeigt. Die Anteile der Master Limited Partnership (MLP) stiegen um mehr als 24% – ein deutlicher Vorsprung gegenüber dem S&P 500, der im gleichen Zeitraum knapp 9% zulegte. Analysten sehen weiteres Potenzial für die zweite Jahreshälfte.
Der starke Kursanstieg kommt nach einem schwierigen Vorjahr. 2025 verlor die Energy-Transfer-Aktie rund 15,8% an Wert, da sich das Gewinnwachstum erheblich verlangsamte. Das bereinigte EBITDA stieg damals lediglich um 3,2% – weit unter der durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 10%, die das Unternehmen zwischen 2020 und 2024 erzielte. Schwächere Energiemarktbedingungen, weniger fertiggestellte Expansionsprojekte und ausbleibende Akquisitionen belasteten die Ergebnisse.
Wachstumsbeschleunigung treibt die Erholung
In diesem Jahr dreht sich das Bild grundlegend. Energy Transfer erwartet für 2026 ein bereinigtes EBITDA zwischen 18,2 und 18,6 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 13,9% bis 16,4% gegenüber dem Vorjahr und liegt deutlich über der ursprünglichen Unternehmensprognose von 17,5 bis 17,9 Milliarden US-Dollar. Treiber dieser Entwicklung sind bessere Energiemarktbedingungen infolge des Krieges mit dem Iran, abgeschlossene Expansionsprojekte sowie Akquisitionen durch die verbundenen MLPs Sunoco LP und USA Compression Partners.
Trotz des kräftigen Kursanstiegs weist Energy Transfer innerhalb seiner Vergleichsgruppe weiterhin die niedrigste Bewertung auf – gemessen am Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA. Das deutet darauf hin, dass in der Aktie noch Aufholpotenzial steckt, sofern weitere Katalysatoren greifen.
Geopolitik und KI-Nachfrage als Rückenwind
Ein wesentlicher Faktor für die zweite Jahreshälfte ist die anhaltend angespannte Lage rund um die Straße von Hormus. Viele Ölmarktanalysten hatten erwartet, dass die strategisch wichtige Meerenge inzwischen wieder vollständig geöffnet wäre. Stattdessen greift der Iran weiterhin Schiffe an, die die Passage versuchen, was die USA dazu veranlasst hat, militärische Operationen wieder aufzunehmen – inklusive einer erneuten Seeblockade. Dies hält den Aufwärtsdruck auf die Ölpreise aufrecht.
Energy Transfer fördert selbst kein Öl und ist nur begrenzt direkt von Ölpreisen abhängig. Dennoch profitiert das Unternehmen indirekt: Höhere Preise veranlassen US-Ölproduzenten zu mehr Bohrungen, was das Transportvolumen in den Rohölpipelines und Exportterminals von Energy Transfer erhöht. Zudem transportiert das Pipelinesystem Öl in die und aus der strategischen Erdölreserve der USA, die 2026 voraussichtlich weiter geleert wird.
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Zur AktienanalyseEin weiterer Wachstumstreiber ist die steigende Gasnachfrage durch KI-Rechenzentren. Energy Transfer hat bereits mehrere neue Wachstumsprojekte genehmigt, darunter eine Gasstichleitung im Wert von 600 Millionen US-Dollar zur Versorgung neuer Gaskraftwerke. Die sprunghafte Zunahme des Energiebedarfs durch Künstliche Intelligenz eröffnet dem Unternehmen im weiteren Jahresverlauf zusätzliche Expansionsmöglichkeiten.
Attraktives Investment trotz starkem Kursanstieg
Die Kombination aus beschleunigtem Gewinnwachstum, niedriger Bewertung im Branchenvergleich, geopolitischem Rückenwind und neuen Projektgenehmigungen spricht dafür, dass Energy Transfer auch in der zweiten Jahreshälfte 2026 den S&P 500 übertreffen kann. Für deutsche Anleger ist dabei zu beachten, dass Energy Transfer als MLP das US-Steuerformular Schedule K-1 verwendet, was steuerliche Besonderheiten mit sich bringt. Trotz des bereits starken Laufs im ersten Halbjahr gilt die Aktie damit weiterhin als attraktives Investment.


