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Codelco: Lithiumprojekt am Maricunga-Salzsee in acht Jahren realisierbar

Verwaltungsratschef Bernardo Fontaine gibt Zeitrahmen bekannt – Joint Venture mit Rio Tinto wartet noch auf behördliche Genehmigungen.

Codelco: Lithiumprojekt am Maricunga-Salzsee in acht Jahren realisierbar

Der chilenische Staatskonzern Codelco rechnet damit, sein Lithiumprojekt in der Maricunga-Salzebene in acht Jahren in Betrieb nehmen zu können. Das erklärte Verwaltungsratsvorsitzender Bernardo Fontaine am Mittwoch. Das Projekt wird gemeinsam mit dem Bergbauriesen Rio Tinto als Joint Venture geführt.

Die formelle Vereinbarung zwischen den Partnern ist jedoch noch nicht unterzeichnet. „Die Vereinbarung wurde noch nicht unterzeichnet, da sie an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, von denen einige bereits erfüllt sind, während andere auf internationaler Ebene noch ausstehen", sagte Fontaine. Kartellrechtliche Freigaben aus Brasilien, Südkorea und Polen wurden bereits bedingungslos erteilt – die Genehmigungen aus Chile und China stehen hingegen noch aus.

Behördliche Hürden und Vertragsüberarbeitung

Auch auf nationaler Ebene gibt es noch offene Punkte: Das chilenische Bergbauministerium überarbeitet derzeit den speziellen Betriebsvertrag für das Projekt. Hintergrund sind Anmerkungen des nationalen Rechnungshofes, die in den Vertrag eingearbeitet werden müssen. Erst nach Abschluss dieser Überarbeitung kann der Prozess weiter voranschreiten.

Die Maricunga-Salzebene im Norden Chiles gilt als eine der bedeutendsten Lithiumvorkommen weltweit. Chile ist neben Australien und Argentinien einer der größten Lithiumproduzenten der Erde. Das Engagement von Codelco – traditionell bekannt als weltgrößter Kupferproduzent – im Lithiumsektor ist Teil der strategischen Neuausrichtung des Staatsunternehmens.

Fontaine: Lithium kein kritisches Mineral

Bemerkenswert ist eine weitere Aussage Fontaines: Er sprach sich dagegen aus, Lithium als kritisches Mineral einzustufen. Seiner Einschätzung nach bestehen keine Versorgungsrisiken, da Lithium weltweit im Überfluss vorhanden sei. Diese Position steht im Kontrast zur Debatte in vielen Industrieländern, die Lithium angesichts der wachsenden Nachfrage durch Elektrofahrzeuge und Energiespeicher als strategisch wichtigen Rohstoff einstufen.

Der neue Vorstand von Codelco befindet sich derzeit in einer umfassenden Überprüfungsphase. Investitionspläne und laufende Projekte des staatlichen Bergbauunternehmens werden neu priorisiert, zudem werden potenzielle Anlagenverkäufe geprüft. Das Unternehmen steht unter Druck: Im Jahr 2025 verlor Codelco seinen langjährigen Titel als weltgrößter Kupferproduzent.

Strategische Neuausrichtung unter Beobachtung

Für Investoren und Beobachter des globalen Rohstoffmarktes ist das Maricunga-Projekt ein wichtiger Indikator für die künftige Ausrichtung Codelcos. Die Kombination aus behördlichen Genehmigungsverfahren, Vertragsüberarbeitungen und der internen Strategieüberprüfung macht den genauen Zeitplan jedoch schwer kalkulierbar. Der genannte Zeithorizont von acht Jahren unterstreicht, dass es sich um ein langfristiges Vorhaben handelt, das noch zahlreiche Meilensteine zu durchlaufen hat.

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