Benzinpreise in den USA könnten bis Sommer auf 5 Dollar steigen
US-Raffinerien priorisieren Kerosinproduktion – auf Kosten von Benzin und Diesel. Experten warnen vor einem Preisanstieg bis Juli oder August.

US-Raffinerien produzieren und exportieren Kerosin derzeit in Rekordtempo. Das hat jedoch einen Preis: Die Benzin- und Dieselproduktion leidet darunter erheblich. Experten warnen, dass der Benzinpreis in den USA bis Juli oder August die Marke von 5 US-Dollar pro Gallone erreichen könnte.
Das Ungleichgewicht in der Raffinerielandschaft entwickelt sich zu einem ernsthaften Problem – ausgerechnet zu Beginn der amerikanischen Sommerreisesaison. Während immer mehr Autofahrer auf die Straße drängen, schrumpfen die Benzinlagerbestände. Die Kombination aus steigender Nachfrage und sinkenden Vorräten birgt erhebliches Preispotenzial nach oben.
Kerosin hat Vorrang – Straßenverkehr zahlt den Preis
Der Hintergrund für die veränderte Produktionsstrategie der Raffinerien liegt in der globalen Luftfahrt. Für diesen Sommer wird weltweit ein Kerosinmangel erwartet, auf den die Raffineriebetreiber frühzeitig reagiert haben. Sie haben ihre Kapazitäten entsprechend umgestellt, um die Nachfrage der Fluggesellschaften zu bedienen – auf Kosten der Kraftstoffversorgung für den Straßenverkehr.
Verschärft wird die Lage durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten. Der anhaltende Beinahe-Stillstand in der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Rohöl weltweit – belastet die Versorgungsketten. Neue Zusammenstöße zwischen den USA und dem Iran trüben zusätzlich die Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung und ein mögliches Friedensabkommen.
Geopolitische Spannungen als Treiber der Energiepreise
Die Straße von Hormus ist für den globalen Ölmarkt von zentraler Bedeutung. Durch diese enge Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel fließt ein erheblicher Teil des weltweiten Rohöltransports. Jede Störung oder auch nur die Androhung einer solchen hat unmittelbare Auswirkungen auf die Rohölpreise und damit auf die Kraftstoffpreise an den Zapfsäulen.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Verbraucher und Anleger ist die Entwicklung in den USA aus mehreren Gründen relevant. Zum einen beeinflussen die amerikanischen Benzinpreise indirekt auch die europäischen Kraftstoffmärkte, da beide von den globalen Rohölpreisen abhängen. Zum anderen könnten steigende Energiekosten in den USA die Inflation anheizen und damit die Geldpolitik der US-Notenbank Fed beeinflussen – mit Folgen für Wechselkurse und internationale Kapitalmärkte.
Die Situation verdeutlicht, wie eng Luftfahrt, Straßenverkehr und geopolitische Ereignisse im globalen Energiemarkt miteinander verknüpft sind. Sollte der Benzinpreis tatsächlich die 5-Dollar-Marke pro Gallone überschreiten, wäre das ein psychologisch bedeutsames Signal für die amerikanischen Verbraucher – und ein weiterer Belastungsfaktor für die US-Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2026.


