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Barclays stuft Aena hoch und Fraport wegen Verkehrsschwäche herab

Die britische Großbank bewertet europäische Flughafenbetreiber neu – mit klaren Gewinnern und Verlierern unter den Analysten.

Barclays stuft Aena hoch und Fraport wegen Verkehrsschwäche herab

Barclays hat am Dienstag eine umfassende Neubewertung europäischer Flughafenaktien vorgenommen. Dabei profitiert der spanische Flughafenbetreiber Aena von regulatorischer Klarheit, während der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport aufgrund schwacher Verkehrsdaten und komplexer Abhängigkeiten zurückgestuft wird.

Aena erhält eine Hochstufung von „Equal Weight" auf „Overweight", und das Kursziel steigt von 24,50 Euro auf 28,50 Euro. Fraport hingegen wird von „Overweight" auf „Equal Weight" herabgestuft, das Kursziel sinkt deutlich von 96 Euro auf 71 Euro. Die Entscheidungen spiegeln die unterschiedliche operative und regulatorische Lage der beiden Unternehmen wider.

Aena: Regulatorische Klarheit als Kurstreiber

Bei Aena begründet Barclays die Hochstufung mit dem nahenden Abschluss der regulatorischen Überprüfung DORA III. Diese hatte bislang als Unsicherheitsfaktor auf der Einschätzung des Brokers gelastet. Die Stellungnahme der spanischen Wettbewerbsbehörde CNMC biete nun eine „glaubwürdige Untergrenze" für das regulatorische Ergebnis, so die Analysten.

Das verringere das Risiko einer wesentlich ungünstigeren Einigung erheblich. Barclays kann sich damit stärker auf die operative Qualität von Aena und die Gewinnvisibilität konzentrieren, die eine fünfjährige regulatorische Vereinbarung mit sich bringt. Zusätzlich hob der Broker seine Passagierprognosen für Aena an – gestützt auf stärkere Verkehrs- und Kapazitätsdaten.

Fraport: Schwacher Verkehr und Unsicherheit bei Bodenabfertigung

Für Fraport zeichnet Barclays ein deutlich trüberes Bild. Der Verkehr und die Kapazitäten am Frankfurter Flughafen bleiben schwach. Das neue Terminal 3 erhöhe die Kosten im Bereich Aviation, und ein geringeres Passagierwachstum begrenze das Aufwärtspotenzial durch den verbesserten Einzelhandel in Terminal 3.

Besonders kritisch sehen die Analysten die Situation bei der Bodenabfertigung. Dieses Segment bleibe vor einem neuen Lufthansa-Vertrag verlustbringend. Schwierigere Verhandlungen schufen Unsicherheit über mögliche Gewinnsteigerungen – Barclays betrachte das Geschäft nun „primär als Weg zum Break-even und weniger als wesentlichen Gewinnkatalysator".

Die Passagierprognose für Frankfurt für das Jahr 2026 senkte Barclays auf 63,3 Millionen – ein Wert, der im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil ist. Auch die Prognose für 2027 wurde gesenkt, um eine langsamere Erholung widerzuspiegeln. Das Konzern-EBITDA von Fraport für 2026 erwartet Barclays nun bei 1,45 Milliarden Euro – rund 3 Prozent unter der vorherigen Schätzung und unterhalb der eigenen Unternehmensprognose von bis zu 1,5 Milliarden Euro.

ADP, Athen und Zürich: Weitere Einschätzungen im Überblick

Neben Aena und Fraport äußerte sich Barclays auch zu weiteren europäischen Flughafenbetreibern. Die Einstufung für den Pariser Flughafenbetreiber ADP bleibt bei „Overweight", das Kursziel steigt leicht von 135 auf 140 Euro. Als Gründe nennt Barclays regulatorisches Aufwärtspotenzial, internationales Wachstum, die Qualität des Einzelhandels sowie die Bewertung – trotz schwachem kurzfristigen Handel. ADP hatte seine Annahme für das Verkehrswachstum in Paris für das Geschäftsjahr 2026 bereits von einer Spanne von 1,5 bis 2,5 Prozent auf rund 0,5 Prozent gesenkt.

Für den Athens International Airport behält Barclays die Einstufung „Equal Weight" bei und hebt das Kursziel minimal von 10,30 auf 10,35 Euro an. Der regulatorische Rahmen begrenze sowohl das Aufwärts- als auch das Abwärtspotenzial, so die Begründung. Der Flughafen Zürich wird ebenfalls mit „Equal Weight" und einem unveränderten Kursziel von 241 Schweizer Franken bewertet.

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