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Zinkpreis 2026: Schwache Nachfrage bremst weiteren Anstieg

Trotz eines Anstiegs von über 13 Prozent an der LME erwarten Analysten für die zweite Jahreshälfte 2026 deutlich fallende Zinkpreise.

Zinkpreis 2026: Schwache Nachfrage bremst weiteren Anstieg

Zink gehört in diesem Jahr zu den stärksten Metallen an der London Metal Exchange (LME). Mit einem Plus von mehr als 13 Prozent übertraf das Industriemetall Kupfer, Aluminium, Blei und Nickel deutlich. Im vergangenen Monat kletterte der Zinkpreis auf 3.658 US-Dollar pro Tonne – den höchsten Stand seit fast vier Jahren. Haupttreiber waren ein knappes Erzangebot sowie Produktionsausfälle in mehreren Schmelzhütten weltweit.

Doch Analysten warnen: Der aktuelle Preisanstieg dürfte nicht von Dauer sein. Die schwache globale Nachfrage, insbesondere aus dem chinesischen Stahlsektor, werde die angebotseitigen Sorgen zunehmend überwiegen. Mehrere Experten haben ihre Preisprognosen für 2026 zwar nach oben korrigiert, rechnen aber dennoch mit einem deutlichen Rückgang in der zweiten Jahreshälfte.

Chinas Stahlproduktion als entscheidender Faktor

Tom Price, Analyst bei Panmure Liberum, verweist auf die schwächelnde Stahlproduktion in China als zentrales Problem für den Zinkmarkt. „Wir gehen in eine ruhigere zweite Jahreshälfte für Stahl über", sagte Price. Chinas Stahlproduktionsrate liege im Jahr 2026 bereits hinter dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen fünf bis sechs Jahre zurück. Da Zink vor allem zur Verzinkung von Stahl eingesetzt wird, trifft eine schwächere Stahlnachfrage das Metall besonders hart. Price erwartet, dass der Zinkpreis im vierten Quartal 2026 auf 3.100 US-Dollar pro Tonne abrutschen wird.

Noch pessimistischer zeigt sich BMI, eine Tochtergesellschaft von Fitch Solutions. Das Analysehaus prognostiziert einen Rückgang auf 3.000 US-Dollar pro Tonne. Hintergrund: Long-Positionen, die durch eine Explosion in der Schmelzhütte von Kazzinc sowie einen Brand im Werk Cajamarquilla von Nexa Resources im Mai ausgelöst wurden, treffen auf die Realität einer strukturell schwachen Nachfrage. „Die Preise dürften von ihrem aktuellen Niveau aus nachgeben, da die durch Schlagzeilen getriebene Risikoprämie im Zusammenhang mit den jüngsten Versorgungsunterbrechungen nachlässt und der Markt in einen leichten Überschuss übergeht", erklärte BMI. Das Unternehmen rechnet für 2026 mit einem Marktüberschuss von 34.000 Tonnen – in einem Gesamtmarkt, der auf rund 14 Millionen Tonnen geschätzt wird.

Geringes Puffer-Niveau an der LME bereitet Sorgen

Eine differenziertere Einschätzung liefert Jonathan Leng, Research Director für Zinkmärkte bei Wood Mackenzie. Er erwartet einen Preisrückgang auf etwa 3.350 US-Dollar pro Tonne bis Ende 2026, bei einem schwachen globalen Nachfragewachstum von lediglich 0,9 Prozent. Gleichzeitig prognostiziert Leng jedoch weiterhin ein Marktdefizit von 80.000 Tonnen – eine Einschätzung, die deutlich von der Überschussprognose von BMI abweicht.

Leng warnt zudem, dass die LME-Zinkbestände von etwas mehr als 100.000 Tonnen nur einen geringen Puffer darstellen. „Sollte es zu weiteren Unterbrechungen in der Schmelzproduktion kommen, könnten wir einen erneuten Preissprung nach oben erleben", sagte der Wood-Mackenzie-Experte. Ein zusätzlicher Belastungsfaktor für die LME-Preise könnte die jüngste Öffnung des Arbitrage-Fensters zwischen der Shanghai Futures Exchange und den LME-Lagerhäusern sein. Günstigeres chinesisches Zink könnte so verstärkt in die LME-Lager fließen und den Preis unter Druck setzen.

Für deutsche Anleger und Industrieunternehmen, die Zink als Rohstoff einsetzen, bleibt die Lage damit zweigeteilt: Kurzfristig hohe Preise durch Angebotssorgen, mittelfristig aber ein Preisdruck durch strukturell schwache Nachfrage – vor allem aus dem wichtigsten Abnehmermarkt China.

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