Xbox entlässt 3.200 Mitarbeiter: Neustart oder Niedergang?
Microsoft streicht rund 20 Prozent der Xbox-Belegschaft – ehemalige Mitarbeiter zweifeln am Erfolg des geplanten Neustarts.

Der Videospielriese Xbox hat eine der größten Entlassungswellen seiner Geschichte eingeleitet. Rund 3.200 Mitarbeiter – schätzungsweise 20 Prozent der gesamten Belegschaft des Konsolenherstellers – verlieren ihren Job. Die Hälfte der Betroffenen wurde sofort entlassen, die verbleibenden 1.600 Stellen sollen innerhalb der nächsten zwölf Monate wegfallen.
Zu den Betroffenen gehört auch Morgan Goin, Senior Encounter Designerin bei ZeniMax Online Studios (ZOS), einem zum Xbox-Konzern gehörenden Entwicklerstudio. Goin arbeitete an dem beliebten Fantasy-Rollenspiel „The Elder Scrolls Online". Sie beschreibt ihre Entlassung als erschütternden Moment – obwohl sie wusste, dass Kürzungen bevorstanden. „Wir wussten, dass irgendjemandem etwas passieren würde, aber nicht wem oder in welchem Umfang", sagt Goin.
Tatsächlich kursierten wochenlang Berichte, die vor einem „Blutbad" in den Videospielstudios von Microsoft warnten. Auslöser war ein internes Memo der neuen Spartenleiterin Asha Sharma, in dem sie Pläne für einen „Neustart des Geschäfts" ankündigte. Die Ankündigung sorgte in der Branche für Unruhe und Unsicherheit unter den Beschäftigten.
Die Strategie hinter den Stellenstreichungen
Die Xbox-Führung begründet die „schmerzhaften" Kürzungen mit einer strategischen Neuausrichtung. Der Konzern will sich künftig stärker auf seine größten Blockbuster-Titel konzentrieren und mehr Ressourcen in die beliebtesten Spieleserien investieren. Ziel ist es, neue Teile dieser Serien schneller für die Fans zu veröffentlichen.
Das weitverzweigte Netzwerk an Entwicklerstudios, das Microsoft in den vergangenen Jahren durch milliardenschwere Übernahmen aufgebaut hatte, steht damit vor einer grundlegenden Umstrukturierung. Die Führungsebene betont, dass die Einschnitte notwendig seien, um das Unternehmen langfristig für künftige Erfolge zu rüsten und eine „größere Zukunft" zu gestalten.
Kritik von ehemaligen Mitarbeitern
Doch nicht alle teilen diesen Optimismus. Ehemalige Mitarbeiter warnen, dass durch die massiven Entlassungen jahrzehntelanges Talent und wertvolle Erfahrung unwiederbringlich verloren gehen. Sie zweifeln daran, dass Xbox mit einer ausgedünnten Belegschaft tatsächlich ambitioniertere und schneller erscheinende Spiele produzieren kann.
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Zur AktienanalyseDie Skepsis ist nachvollziehbar: Spieleentwicklung ist ein komplexer, langwieriger Prozess, der auf eingespielten Teams und tiefem Fachwissen basiert. Der Verlust erfahrener Entwicklerinnen und Entwickler wie Morgan Goin könnte die Qualität und Kontinuität zukünftiger Projekte gefährden – genau das Gegenteil von dem, was die neue Strategie verspricht.
Die Videospielbranche beobachtet die Entwicklungen bei Xbox mit großer Aufmerksamkeit. Ob der angekündigte Neustart tatsächlich gelingt oder ob die Stellenstreichungen langfristig mehr schaden als nützen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.


