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Wohnungsmieten steigen im zweiten Quartal um 4,0 Prozent

Eine IW-Studie zeigt: Angebotsmieten wachsen doppelt so schnell wie die Inflation – mit deutlichen regionalen Unterschieden.

Wohnungsmieten steigen im zweiten Quartal um 4,0 Prozent

Die Wohnungsmieten in Deutschland haben im zweiten Quartal 2025 spürbar angezogen. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) stiegen die Angebotsmieten bundesweit um 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit übertreffen die Mietsteigerungen die allgemeine Inflationsrate von rund 2,6 Prozent – trotz stark gestiegener Energiepreise infolge des Iran-Kriegs – deutlich. Allein im Vergleich zum Vorquartal legten die Mieten von April bis Juni um 1,3 Prozent zu.

Die IW-Forscher Pekka Sagner und Michael Voigtländer identifizierten dabei klare regionale Muster. „Besonders kräftig fällt die Entwicklung derzeit in den Großstädten außerhalb der größten Metropolen aus", erklärten die Autoren. In diesen Städten betrug der Zuwachs 4,9 Prozent, im Umland dieser Städte immerhin noch 3,9 Prozent. In den sogenannten Top-7-Städten – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf – fiel das Plus mit 2,9 Prozent vergleichsweise moderat aus.

Köln führt die Mietpreisrangliste an

Auf Stadtebene zeigen sich erhebliche Unterschiede. Den stärksten Anstieg verzeichnet Köln mit einem Plus von 7,9 Prozent. Dahinter folgen Hamburg mit 5,5 Prozent, Leipzig mit 5,4 Prozent und Essen mit 5,0 Prozent. Dortmund legte um 4,7 Prozent zu, Düsseldorf und München um 3,8 beziehungsweise 3,7 Prozent. Frankfurt am Main verzeichnete mit 2,9 Prozent moderatere Zuwächse, während Stuttgart und Berlin mit 0,9 und 1,0 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt der übrigen Städte lagen.

Auch die Kaufpreise für Wohnimmobilien zogen an – allerdings deutlich schwächer. Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich bundesweit jeweils um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum Vorquartal betrugen die Zuwächse 0,2 beziehungsweise 1,0 Prozent. „Von einem neuen kräftigen Preisaufschwung kann damit bislang nicht gesprochen werden", betonten Sagner und Voigtländer. Regional zeigen sich bei den Kaufpreisen leichte Rückgänge in den Top-7-Städten, während übrige Großstädte und ihr Umland moderate Zuwächse verbuchen. Die Spanne reicht dabei von einem Plus von 5,0 Prozent in Dortmund bis zu einem Rückgang von 1,9 Prozent in München.

Kaufangebot wächst, Mietangebot bleibt knapp

Ein zentrales Ergebnis der Studie betrifft das Angebot auf beiden Teilmärkten. Seit der Zinswende ist das Kaufangebot deutlich gestiegen: Im Vergleich zum ersten Quartal 2022 werden bundesweit nahezu doppelt so viele Eigentumswohnungen und rund 140 Prozent mehr Ein- und Zweifamilienhäuser inseriert. Die Forscher betonen jedoch, dass dies „vor allem Ausdruck gesunkener Nachfrage und längerer Vermarktungszeiten" sei – und nicht einer entsprechend starken Zunahme des Wohnungsbestands.

Auf dem Mietmarkt sieht die Lage gegensätzlich aus. Die Zahl der Mietinserate liegt bundesweit weiterhin knapp zwölf Prozent unter dem Niveau von Anfang 2022 – besonders ausgeprägt in vielen Großstädten. Einzig in Berlin liegt das sichtbare Mietangebot über dem Stand von Anfang 2022, hinkt aber langfristig noch immer dem Niveau vor den Marktverwerfungen rund um den Berliner Mietendeckel hinterher.

Das IW-Fazit zeichnet ein klares Bild eines gespaltenen Wohnungsmarkts: Auf dem Kaufmarkt treffen viele Angebote auf eine durch hohe Finanzierungskosten begrenzte Nachfrage. Auf dem Mietmarkt dagegen trifft eine anhaltend hohe Nachfrage auf ein knappes und regional sehr unterschiedlich verfügbares Angebot. Für Privatanleger, die in Immobilien investieren oder Immobilienaktien und REITs im Blick haben, liefert die Studie wichtige Hinweise: Die Mietrenditen dürften in vielen Städten weiter unter Druck bleiben, während der Kaufmarkt noch keine klare Erholung signalisiert.

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