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Washington blockiert Kalshi-Kontrakte wegen Verstoß gegen Glücksspielgesetz

Ein Richter in Washington untersagt dem Prognosemarkt Kalshi den Betrieb im Bundesstaat – wegen mutmaßlicher Verletzung der Glücksspielgesetze.

Washington blockiert Kalshi-Kontrakte wegen Verstoß gegen Glücksspielgesetz

Ein Richter des King County Superior Court in Washington hat dem Antrag des US-Bundesstaates stattgegeben und Kalshi per einstweiliger Verfügung untersagt, seine sogenannten Ereigniskontrakte im Bundesstaat anzubieten. Richter John McHale begründete seine Entscheidung vom Montag damit, dass die Plattform für Prognosemärkte wahrscheinlich die Glücksspielgesetze des Staates verletze. Der Richter stellte fest, dass der Bundesstaat eine „Wahrscheinlichkeit tatsächlicher und erheblicher Schäden für Verbraucher in Washington durch illegale Glücksspielaktivitäten" dargelegt habe.

McHale betonte zudem, dass das öffentliche Interesse und der potenzielle Schaden für die Verbraucher den wirtschaftlichen Schaden für Kalshi überwiegen würden. Damit folgt Washington einer wachsenden Reihe von US-Bundesstaaten, die gegen die Plattform rechtlich vorgehen. Massachusetts, Michigan, Nevada und New York haben bereits ähnliche gerichtliche Anordnungen zur Einschränkung der Aktivitäten von Kalshi erwirkt.

Kalshi wehrt sich – und kritisiert die Bundesstaaten scharf

Kalshi selbst wies die Entscheidung in einer Stellungnahme am Dienstag entschieden zurück. „Die Bundesstaaten haben keine Zuständigkeit für die Regulierung von Prognosemärkten", erklärte das Unternehmen. „Wir sind enttäuscht darüber, dass der Bundesstaat Washington weiterhin Steuergelder verschwendet."

Hinter dem Rechtsstreit steckt ein grundlegender Kompetenzkonflikt zwischen Bundesbehörden und einzelnen Bundesstaaten. Die US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) beansprucht die ausschließliche Zuständigkeit für die Branche und hat regulatorische Maßnahmen in mindestens neun Bundesstaaten angefochten. Im April verwies ein geteiltes Bundesberufungsgericht auf die Befugnisse der CFTC und untersagte den Glücksspielbehörden von New Jersey die Regulierung von Kalshis Sportwetten-Kontrakten – ein Teilerfolg für Kalshi auf Bundesebene.

Prognosemärkte boomen seit der US-Wahl 2024

Prognosemärkte wie Kalshi und das Konkurrenzunternehmen Polymarket ermöglichen es Nutzern, auf den Ausgang von Ereignissen wie Sportwettkämpfen oder Wahlen zu wetten. Seit der US-Präsidentschaftswahl 2024 haben sie massiv an Popularität gewonnen. Der Grund: Die Plattformen sagten den Sieg des Republikaners Donald Trump über die Demokratin Kamala Harris präziser voraus als traditionelle Meinungsforschungsinstitute – was das Vertrauen vieler Nutzer in diese Märkte deutlich stärkte.

Das enorme Wachstum der Branche spiegelt sich auch in konkreten Zahlen wider. Laut dem Datendienst Dune Analytics wurden über Kalshi und Polymarket zusammen rund 19,04 Milliarden US-Dollar auf die kürzlich abgeschlossene Fußball-Weltmeisterschaft gesetzt. Diese Summe verdeutlicht, welches finanzielle Volumen Prognosemärkte inzwischen bewegen – und warum Regulierungsbehörden auf Bundesstaatsebene zunehmend Handlungsbedarf sehen.

Der Rechtsstreit zwischen Kalshi und den US-Bundesstaaten dürfte sich noch weiter zuspitzen. Solange die Frage der regulatorischen Zuständigkeit – Bundesbehörde CFTC versus einzelne Bundesstaaten – nicht abschließend geklärt ist, bleibt die rechtliche Lage für Prognosemarkt-Plattformen in den USA unübersichtlich. Für deutsche Anleger und Beobachter zeigt der Fall, wie stark das regulatorische Umfeld für innovative Finanzprodukte selbst in den USA im Wandel ist.

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