Wall-Street-Banken steuern auf Rekord-Handelsjahr 2026 zu
JPMorgan, Goldman Sachs und Co. profitieren von boomenden Märkten und risikofreudigen Anlegern wie nie zuvor.

Die fünf größten Wall-Street-Banken stehen vor ihrem erfolgreichsten Handelsjahr aller Zeiten. JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Bank of America und Citigroup sind laut einer Analyse des Wall Street Journal auf Kurs, im Jahr 2026 gemeinsam Handelserträge von rund 180 Milliarden US-Dollar zu erzielen – vorausgesetzt, sie halten ihr aktuelles Tempo bei.
Treiber dieses Booms ist eine beispiellose Risikobereitschaft unter Anlegern aller Art. Privatanleger stürzen sich zunehmend auf hochriskante Produkte wie kurzlaufende Optionen und gehebelte Exchange-Traded Funds (ETFs). Gleichzeitig handeln riesige Hedgefonds – von quantitativen Firmen bis hin zu Multi-Manager-Giganten – in rasantem Tempo. Sogar der US-Präsident verfügt über Konten, über die pro Quartal Tausende von Transaktionen abgewickelt werden.
Rekordjahr unter anderen Vorzeichen als 2009
Bemerkenswert ist der Kontext dieses Booms. In der Vergangenheit waren derart gigantische Handelserträge ein Zeichen für Marktturbulenzen. Das bisherige Rekordjahr für mehrere Banken war 2009 – als die Finanzmärkte nach der globalen Finanzkrise in extremer Aufruhr waren und die Volatilität durch die Decke schoss.
Diesmal präsentiert sich das Bild grundlegend anders: Aktien notieren nahe ihrer Allzeithochs, die Handelsvolumina steigen kontinuierlich, und Privatanleger können offenbar nicht genug bekommen. Als Antriebskräfte gelten dabei sowohl geopolitische Unsicherheiten durch laufende Kriege als auch die anhaltende Euphorie rund um das Thema Künstliche Intelligenz, die Investoren gleichermaßen in Atem hält.
Jeremy Barnum, Finanzvorstand von JPMorgan Chase, brachte die Lage auf den Punkt: „Es ist offensichtlich, dass die Erträge an den Märkten im Allgemeinen schon seit geraumer Zeit recht hoch und robust sind." Und weiter: „Der Markt ist eindeutig extrem risikofreudig, und wir profitieren gewissermaßen davon."
Was der Boom für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen relevant. Zum einen zeigt sie, wie stark die globalen Kapitalmärkte derzeit in Bewegung sind. Zum anderen verdeutlicht sie das Risikoprofil des aktuellen Marktumfelds: Wenn selbst Bankanalysten von extremer Risikofreude sprechen, ist Vorsicht geboten.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Zahlen sind eindrucksvoll: 180 Milliarden US-Dollar an Handelserträgen für nur fünf Institute in einem einzigen Jahr würden einen historischen Rekord darstellen. Zum Vergleich: Das bisherige Rekordjahr 2009 war geprägt von einer der schwersten Wirtschaftskrisen der Nachkriegsgeschichte – heute hingegen boomt die Wirtschaft, und die Märkte befinden sich auf Höchstständen.
Die Entwicklung wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie nachhaltig ist ein Handelsumfeld, das auf immer risikofreudigeren Anlegern und stetig steigenden Volumina basiert? Und was passiert, wenn die Stimmung dreht? Antworten darauf werden die kommenden Quartale liefern – die Wall-Street-Banken dürften die Entwicklung mit Spannung verfolgen.


