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USA drohen China mit Sanktionen wegen KI-Modell-Diebstahl

US-Finanzminister Bessent kündigt Untersuchung an: Chinesische KI-Modelle sollen aus amerikanischen Systemen unrechtmäßig destilliert worden sein.

USA drohen China mit Sanktionen wegen KI-Modell-Diebstahl

US-Finanzminister Scott Bessent hat am Dienstag angekündigt, dass die Trump-Administration prüfen werde, ob chinesische KI-Modelle aus amerikanischen Modellen „destilliert" wurden. Bessent machte deutlich, dass die Regierung den „Diebstahl geistigen Eigentums" nicht tolerieren werde. Die Aussagen erfolgten in einem Interview mit dem Sender Fox Business.

„Wenn wir sehen, dass insbesondere ausländische Modelle von unseren großartigen Unternehmen stehlen, haben wir die Möglichkeit, sie aufgrund dieses Diebstahls zu sanktionieren", sagte Bessent. Er ergänzte: „Wir finden Wasserzeichen unserer großen US-Sprachmodelle in vielen der chinesischen Modelle, und das ist inakzeptabel." Eine genauere Prüfung solle in den kommenden Tagen oder Wochen erfolgen.

Was ist KI-Destillation?

Bessent erläuterte, dass der Fachbegriff für den beschriebenen Vorgang „Destillation" lautet. Dabei handelt es sich um eine KI-Trainingsmethode, bei der ein kleineres, weniger leistungsfähiges Modell mithilfe der Ausgaben eines bestehenden, stärkeren Modells erstellt wird. Diese Technik ermöglicht es, leistungsfähige KI-Systeme mit deutlich geringerem Aufwand zu entwickeln – sofern man Zugang zu den Ausgaben eines überlegenen Modells hat.

Hintergrund der Debatte ist der wachsende Wettbewerb chinesischer KI-Unternehmen mit amerikanischen Marktführern wie OpenAI und Anthropic. Chinesische sogenannte Open-Weight-Modelle – also Modelle, deren Gewichtungen öffentlich zugänglich sind – gewinnen zunehmend an Bedeutung. Das chinesische Startup Moonshot AI veröffentlichte Anfang dieses Monats ein neues Modell namens Kimi K3, das amerikanische Konkurrenzprodukte bei einigen Branchen-Benchmarks übertrifft.

Anthropic beschuldigt Alibaba

Besonders brisant: Das US-Unternehmen Anthropic übermittelte im vergangenen Monat einen Brief an den Bankenausschuss des US-Senats. Darin behauptete das Unternehmen, dass der chinesische Technologiekonzern Alibaba den bisher „größten bekannten Destillationsangriff" gegen Anthropic durchgeführt habe. Dieser Vorwurf dürfte die politische Debatte in Washington erheblich befeuert haben.

Laut einem Reuters-Bericht vom Dienstag planen die USA und China für September Gespräche über das Thema KI. Bessent soll die USA bei diesen Diskussionen vertreten – ein Zeichen dafür, dass das Thema künstliche Intelligenz längst zur Chefsache der Wirtschaftsdiplomatie geworden ist.

Auch US-Unternehmen stehen in der Kritik

Allerdings sehen sich sowohl Anthropic als auch OpenAI selbst mit Vorwürfen des Diebstahls geistigen Eigentums konfrontiert. Anthropic stimmte im September der Zahlung von 1,5 Milliarden US-Dollar zu, um eine Sammelklage einer Gruppe von Autoren beizulegen. Diese hatten dem Unternehmen vorgeworfen, illegal Bücher aus Piraterie-Datenbanken heruntergeladen zu haben.

Die New York Times verklagte OpenAI und Microsoft im Jahr 2023 mit der Begründung, die Unternehmen hätten das Urheberrecht verletzt, indem sie ihr geistiges Eigentum zum Training von KI-Modellen verwendeten. Die Frage, wer im globalen KI-Wettlauf von wem abschreibt, ist damit keineswegs eindeutig – und dürfte die politischen und juristischen Auseinandersetzungen noch lange beschäftigen.

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