US-Dollar nahe Einwochenhoch – Golfspannungen belasten Devisenmärkte
Widersprüchliche Signale aus dem Nahen Osten halten die Devisenmärkte in Atem – Ölpreise auf Sechswochenhoch.

Der US-Dollar notierte am Dienstag nahe eines Einwochenhochs, während die globalen Devisenmärkte zwischen eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und Hoffnungen auf einen Waffenstillstand schwankten. Der US-Dollar-Index, der den Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen misst, hielt sich stabil bei 100,96 – dem höchsten Stand seit dem 15. Juli. Gegenüber dem japanischen Yen notierte der Dollar weitgehend unverändert bei 162,50 Yen.
Auch die anderen großen Währungspaare zeigten sich wenig bewegt. Der Euro handelte bei 1,1415 Dollar kaum verändert, während das britische Pfund bei 1,3434 Dollar stabil blieb. Rückenwind erhielt das Pfund dabei vom neuen britischen Premierminister Andy Burnham, der sich öffentlich zur Einhaltung der britischen Haushaltsregeln bekannte.
Huthi-Rebellen verschärfen Bedrohungslage
Im Zentrum der Marktturbulenzen steht die Golfregion: Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen erklärten eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien. Diese Eskalation erhöht die Bedrohung für die weltweite Energieversorgung erheblich und trieb die Ölpreise in die Nähe von Sechswochenhochs. Gleichzeitig berichteten Vermittler, dass Teheran einen Vorschlag für einen zehntägigen Waffenstillstand erhalten habe – was zumindest vorübergehend für etwas Entlastung sorgte.
„Es besteht die Hoffnung auf eine leichte Entspannung der Lage, und wir werden zu einem gewissen Zeitpunkt eine Pause einlegen. Es ist alles noch sehr volatil", sagte Rodrigo Catril, leitender Währungsstratege bei der National Australia Bank, in einem Podcast. „Wir müssen abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Wir müssen sehen, ob dies eskaliert."
US-Anleiherenditen unter Druck
Die Unsicherheit spiegelt sich auch am US-Anleihemarkt wider. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe verharrte auf hohem Niveau bei 4,5937 Prozent, während die Renditen für 30-jährige Staatsanleihen deutlich über der Marke von 5 Prozent lagen. Händler wägen derzeit ab, ob ein erneuter Anstieg der Ölpreise – angetrieben durch den sich ausweitenden Konflikt mit dem Iran – letztlich auf die Verbraucherpreise durchschlagen würde.
Abseits der großen Währungen stach der Neuseeland-Dollar positiv hervor. Er legte um 0,4 Prozent auf 0,5860 Dollar zu und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang Juni. Auslöser waren starke Inflationsdaten, die die Erwartungen auf weitere Zinserhöhungen in Neuseeland untermauerten. Der Australische Dollar tendierte ebenfalls leicht fester bei 0,7001 Dollar.
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Zur AktienanalyseEZB und Kanada im Fokus
In Europa zeigte eine EZB-Umfrage vom Montag, dass Unternehmen in der Eurozone mit einem moderateren Anstieg der Verkaufspreise rechnen. Die Europäische Zentralbank dürfte die Zinsen in dieser Woche zwar unverändert lassen, doch die hohen Ölpreise schüren Spekulationen auf eine weitere Anhebung des Einlagensatzes von derzeit 2,25 Prozent im September.
Auch der Kanadische Dollar geriet unter Druck: Die Währung stabilisierte sich nach einem Rückgang auf ein Einmonatstief, nachdem die USA einen neuen Zoll von 50 Prozent auf eine breite Palette kanadischer Produkte erhoben hatten. Washington begründete diesen Schritt mit einer von den USA als „diskriminierende Behandlung" bezeichneten Politik Ottawas. Der Handelskonflikt zwischen den beiden Nachbarstaaten belastet den Loonie damit zusätzlich zu den globalen Unsicherheiten.


