Studie: Geldgespräche mit dem Partner verlaufen besser als erwartet
Über 1.600 Verheiratete nahmen an einer neuen Studie teil – mit überraschenden Ergebnissen zum Thema Finanzkommunikation.

Geld gilt in vielen Partnerschaften als heikles Thema. Ob Kreditkartenschulden, Immobilienkauf oder Kinderbetreuungskosten – finanzielle Belastungen können Beziehungen auf die Probe stellen. Doch eine neue Studie zeigt: Die Angst vor dem Gespräch ist oft größer als die Realität.
Die Untersuchung wurde im Fachjournal Social Psychological and Personality Science veröffentlicht und umfasste mehr als 1.600 verheiratete Personen. In drei Experimenten wurden Teilnehmer jeweils vor und nach einem Gespräch mit ihrem Partner über Finanzen befragt. Das Ergebnis war konsistent: Die Befragten fühlten sich ihrem Partner nach dem Gespräch näher und waren sich einiger, als sie zuvor erwartet hatten.
Die Forscherin Garcia-Rada erklärt, warum viele Menschen Geldgespräche fürchten. Oft kennen Partner die grundlegenden Werte des anderen nicht vollständig, konzentrieren sich stärker auf mögliche Meinungsverschiedenheiten als auf Gemeinsamkeiten – und messen vergangenen Konflikten zu viel Gewicht bei.
Warum Finanzgespräche so schwerfallen
Geld sei schwieriger anzusprechen als Sex, sagt Douglas Boneparth, zertifizierter Finanzplaner und Gründer von Bone Fide Wealth in New York City. Dennoch sei es gefährlich, solche Gespräche zu vermeiden, warnt Carolyn McClanahan, CFP und Gründerin von Life Planning Partners in Florida. Andere wissenschaftliche Studien belegen, dass offene Kommunikation über Geld zu mehr ehelicher Zufriedenheit und Stabilität führen kann.
Cathy Curtis, CFP und CEO von Curtis Financial Planning in Kalifornien, berichtet aus ihrer Praxis: Sie erlebt regelmäßig Paare, die beim Thema Finanzen uneinig sind. Wenn jedoch gegenseitiger Respekt in der Beziehung vorhanden sei, führten selbst schwierige Gespräche häufig zu tragfähigen Kompromissen.
So gelingen Geldgespräche in der Partnerschaft
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Zur AktienanalyseMcClanahan empfiehlt, gemeinsam Verletzlichkeit zu zeigen und tiefere Gefühle sowie vergangene Erfahrungen rund um das Thema Geld offen anzusprechen. Das erhöhe die Chance auf eine Einigung erheblich. Boneparth rät vor allem dazu, das Gespräch mit echtem Interesse und Neugier anzugehen – statt mit Verteidigungshaltung.
Für deutsche Paare ist das Thema besonders relevant: Laut Umfragen zählen Geldstreitigkeiten hierzulande zu den häufigsten Scheidungsgründen. Die Studienergebnisse geben Anlass zur Hoffnung – und einen konkreten Anstoß, das überfällige Gespräch endlich zu führen.


