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Steigende Bauzinsen: Härtetest für Immobilienkäufer und Kreditnehmer

Geopolitische Spannungen treiben Anleiherenditen hoch – Bauzinsen könnten bald wieder über vier Prozent steigen.

Steigende Bauzinsen: Härtetest für Immobilienkäufer und Kreditnehmer

Wer aktuell eine Immobilienfinanzierung plant oder verlängern muss, sollte die Entwicklung an den Anleihemärkten genau im Blick behalten. Denn selbst Baufinanzierer schauen derzeit auf die geopolitische Lage: Mit der erneuten Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran sind die Renditen von Staatsanleihen gestiegen. Kreditvermittler Interhyp erwartet in der Folge auch wieder anziehende Bauzinsen.

Noch kurz zuvor hatte sich die Lage entspannter gezeigt: Nachdem die USA und der Iran ein Rahmenabkommen ausgehandelt hatten, waren die Bauzinsen deutlich unter die Marke von vier Prozent gesunken. Diese Erholung könnte nun wieder verpuffen – ein deutliches Signal dafür, wie abhängig die Finanzierungskosten von globalen Ereignissen sind.

Inflation und Energiepreise als Zinstreiber

Ein weiterer Risikofaktor kommt vom Ölmarkt. Der Brent-Ölpreis liegt wieder deutlich über 80 Dollar pro Barrel. Steigende Energiepreise können die Inflation anheizen und damit den Druck auf die Notenbanken erhöhen, die Leitzinsen anzuheben. Höhere Leitzinsen wiederum lassen die Anleiherenditen steigen – und an diesen orientiert sich das Baugeld direkt.

Für Privatanleger und Immobilieninteressenten ist das eine wichtige Lektion: Billiges Geld ist keine Selbstverständlichkeit. Wer seine Finanzierung dauerhaft auf niedrige Zinsen ausrichtet, geht ein erhebliches Risiko ein. Die aktuelle Zinsangst ist ein Warnsignal, das ernst genommen werden sollte.

Anschlussfinanzierung wird zum Risiko

Besonders unter Druck geraten jene Kreditnehmer, die ihre Immobilienfinanzierung in absehbarer Zeit verlängern müssen. Wer seinen Baukredit seinerzeit auf Kante kalkuliert hat, könnte beim Anschlusskredit nach dem Ende der Zinsbindung böse überrascht werden – denn dieser könnte deutlich teurer ausfallen als der ursprüngliche Vertrag.

Im Vorteil sind dagegen Kreditnehmer, die von Anfang an ausreichend Puffer eingeplant haben – etwa um ein zeitweise geringeres Haushaltseinkommen abzufedern. Solide Kalkulation zahlt sich jetzt aus.

Sicherheitsreserve ist kein Luxus

Immobilieninteressenten sollten ihre Finanzierung daher kritisch prüfen und auf Wasserdichtigkeit testen. Wohneigentum um jeden Preis zu erwerben, hat schon manchem finanziell das Genick gebrochen. Sinnvoller ist es, beim Kauf Abstriche zu machen – etwa bei der Wohnfläche – und dafür bei der Finanzierung eine Sicherheitsreserve zu behalten.

Zwar gibt es für Familien mit schmalem Budget staatliche Förderprogramme. Doch auch diese ändern nichts daran, dass die Finanzierungskosten einen erheblichen Teil des Haushaltseinkommens beanspruchen. Da der Immobilienkauf in der Regel das größte Investment im Leben eines Privathaushalts darstellt, gilt: Auf Nummer sicher gehen ist keine Schwäche, sondern kluge Planung.

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