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Simbabwes Lithiumanlage hat keine Kapazität für Drittanbieter

Trotz geplantem Exportverbot ab Januar 2027 kann die einzige fertige Lithiumsulfat-Anlage Simbabwes kein Fremdmaterial verarbeiten.

Simbabwes Lithiumanlage hat keine Kapazität für Drittanbieter

Simbabwes einzige fertiggestellte Lithiumsulfat-Anlage, betrieben von Prospect Lithium Zimbabwe – einer Tochtergesellschaft des chinesischen Konzerns Zhejiang Huayou Cobalt – verfügt über keine freien Kapazitäten zur Verarbeitung von Mineralien anderer Produzenten. Das erklärte Minenmanager Mthokozisi Goliath während eines offiziellen Besuchs von Bergbauminister Polite Kambamura. Die Aussage kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Simbabwe plant, ab Januar 2027 ein Exportverbot für Lithiumkonzentrate einzuführen.

Das Verbot soll Bergbauunternehmen dazu bewegen, das Batteriemetall verstärkt im Inland zu verarbeiten. Ziel der Regierung ist es, höherwertige Exporterlöse zu erzielen und zusätzliche Arbeitsplätze in der heimischen Wirtschaft zu schaffen. Simbabwe gilt als Afrikas führender Lithiumproduzent und setzt damit auf eine Strategie, die auch andere rohstoffreiche Länder verfolgen: die Wertschöpfung im eigenen Land zu halten, statt Rohstoffe unverarbeitet zu exportieren.

„Wir haben nicht die Kapazität, andere Mineralien von außerhalb zu verarbeiten. Unsere Konzentratoranlage produziert rund 400.000 Tonnen pro Jahr, sodass wir keinen Platz für andere Akteure haben", sagte Goliath. Er ergänzte: „Derzeit verfügt diese Sulfatanlage nur über Kapazitäten, die das bewältigen können, was wir in der Konzentratoranlage produzieren."

Exportverbot bleibt trotz Engpässen bestehen

Trotz dieser Kapazitätsprobleme hält die Regierung an ihrem Zeitplan fest. Minister Kambamura betonte während des Minenbesuchs unmissverständlich: „Die Frist bis Januar 2027 steht weiterhin. Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht über eine Verlängerung sprechen. Wir möchten alle Produzenten eindringlich bitten, diesen Termin einzuhalten." Die Lithium-Bergbauunternehmen hatten zuvor um mehr Zeit für den Aufbau eigener Verarbeitungskapazitäten gebeten – ohne Erfolg.

Die Situation ist angespannt: Während sich im Land eine Reihe von Anlagen im Bau befindet, wurde bislang nur die Anlage von Prospect Lithium Zimbabwe fertiggestellt. Bikita Minerals der Sinomine Resource Group sowie die Kamativi Mining Company, eine simbabwische Tochtergesellschaft der chinesischen Yahua Group, befinden sich noch im Aufbau ihrer jeweiligen Verarbeitungsanlagen. Beide Projekte werden voraussichtlich nicht bis Januar 2027 abgeschlossen sein.

Chinesische Konzerne dominieren Simbabwes Lithiumsektor

Die Dominanz chinesischer Unternehmen im simbabwischen Lithiumsektor ist bemerkenswert. Seit 2021 haben chinesische Firmen rund zwei Milliarden US-Dollar in Minen und Verarbeitungsanlagen des Landes investiert. Damit festigt China seinen Einfluss auf die globale Lieferkette für Batteriemetalle – ein strategisch bedeutsamer Rohstoff für die Elektromobilität und Energiespeicherung weltweit.

Für deutsche und europäische Investoren sowie Industrieunternehmen, die auf Lithium als Schlüsselrohstoff für Batterien angewiesen sind, verdeutlicht die Entwicklung in Simbabwe einmal mehr, wie stark China die globalen Lieferketten für kritische Rohstoffe kontrolliert. Das geplante Exportverbot könnte kurzfristig zu Engpässen bei der Versorgung mit simbabwischem Lithiumkonzentrat führen, sollten die Verarbeitungskapazitäten bis zum Stichtag nicht ausreichen.

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