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Search Funds: Die Private-Equity-Abkürzung für junge Millionäre

Wie obdachlose Studienabbrecher über sogenannte Search Funds zu millionenschweren Unternehmensbesitzern werden – ein wachsender Trend.

Search Funds: Die Private-Equity-Abkürzung für junge Millionäre

Im Jahr 2015 schlief Bakari Akil in WeWork-Büros, U-Bahnen und Flughafenwartebereichen. Der damalige Studienabbrecher hatte kein Kapital, aber ein klares Ziel: herausfinden, wie man Vermögen aufbaut. Er konsumierte Videos, Podcasts und Fachliteratur über persönliche Finanzen – und stieß dabei auf ein Konzept, das sein Leben verändern sollte.

Der entscheidende Impuls kam durch eine Fallstudie der Harvard Business School. Darin wurde beschrieben, wie MBA-Absolventen in den USA sogenannte „Search Funds" nutzen, um bestehende Unternehmen zu erwerben. Für Akil fühlte sich das wie ein gut gehütetes Geheimnis an – eine Abkürzung zum Unternehmertum, die kein eigenes Startkapital erfordert.

Was sind Search Funds?

Search Funds sind ein Finanzierungsmodell, bei dem Investoren einem Unternehmer – dem sogenannten „Searcher" – Kapital zur Verfügung stellen, um ein geeignetes Unternehmen zu suchen und zu erwerben. Das Konzept stammt ursprünglich aus dem US-amerikanischen MBA-Umfeld und ermöglicht es auch Personen ohne großes Eigenkapital, in den Besitz eines profitablen Unternehmens zu gelangen. Der Searcher übernimmt anschließend die Geschäftsführung des erworbenen Unternehmens.

Typische Zielunternehmen sind dabei keine glamourösen Tech-Startups, sondern solide, etablierte Betriebe aus dem Mittelstand: HLK-Unternehmen (Heizung, Lüftung, Klima), Sanitärbetriebe oder spezialisierte Fertigungsunternehmen. Diese Branchen gelten als stabil, wenig zyklisch und oft unterbewertet – ideale Kandidaten für eine Übernahme.

Vom Obdachlosen zum Millionär

Akil, heute 37 Jahre alt, hat in den rund zehn Jahren seit seiner Entdeckung des Search-Fund-Modells zwei millionenschwere Unternehmen erworben. Sein Vermögen ist mittlerweile siebenstellig. In den vergangenen drei Jahren lebte er jeden Monat in einem anderen Land – ein Lebensstil, der für viele als Inbegriff finanzieller Freiheit gilt.

Seine Geschichte steht exemplarisch für eine wachsende Bewegung. Immer mehr Menschen suchen nach einer Abkürzung zum Reichtum im Private-Equity-Sektor – und umgehen dabei den klassischen Karriereweg vom Excel-Tabellen-jonglierenden Associate bis zum Managing Director in einer etablierten Beteiligungsgesellschaft. Stattdessen setzen sie auf Mut, Entschlossenheit und das Search-Fund-Modell.

Ein Trend mit wachsender Dynamik

Was früher vor allem Harvard- und Stanford-Absolventen vorbehalten schien, öffnet sich zunehmend einem breiteren Personenkreis. Die Kombination aus verfügbarem Investorenkapital, einer alternden Unternehmergeneration, die Nachfolger sucht, und dem wachsenden Informationsangebot im Internet macht das Modell zugänglicher als je zuvor.

Für deutsche Privatanleger und Unternehmer ist das Konzept besonders interessant: Auch hierzulande gibt es Tausende von kleinen und mittleren Unternehmen, deren Inhaber in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen und geeignete Nachfolger suchen. Der Search Fund könnte damit auch in Deutschland an Bedeutung gewinnen – als alternatives Modell zwischen klassischem Unternehmertum und institutionellem Private Equity.

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