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Rheinmetall warnt: Droht dem MGCS-Panzerprojekt das Aus?

Nach dem Scheitern des FCAS-Kampfjetprojekts fürchtet Rheinmetall-Chef Papperger nun auch das Ende des gemeinsamen Panzerprogramms MGCS.

Rheinmetall warnt: Droht dem MGCS-Panzerprojekt das Aus?

Rüstungskonzern Rheinmetall schlägt Alarm: Das deutsch-französische Panzerprojekt MGCS (Main Ground Combat System) könnte scheitern. „Eine Gefahr ist immer da, aber es ist noch nichts entschieden", sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger der „Welt am Sonntag". Hintergrund ist die Sorge, dass Frankreich nach dem Aus des gemeinsamen Kampfjet-Projekts FCAS nun auch beim Bodenkampfsystem den Rückzug antreten könnte.

Konkret berichtet Papperger von geplanten drastischen Budgetkürzungen auf französischer Seite. „Wir haben null Entscheidungen über das finale Budget", so der Rheinmetall-Chef. Die Folge wären erhebliche Verzögerungen bei einem Projekt, das ohnehin schon nicht auf Tempo ausgelegt ist: „Wenn man weniger Geld zur Verfügung hat, wird man nicht schneller, und wir sind jetzt schon sehr langsam."

Was ist das MGCS-Projekt?

Das auf Initiative beider Regierungen gestartete Vorhaben „Main Ground Combat System" verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Bis 2040 sollen die Kampfpanzer Leopard 2 und Leclerc durch ein gemeinsames, plattformübergreifendes Bodenkampfsystem ersetzt werden. Neben Rheinmetall sind der französische Thales-Konzern sowie KNDS beteiligt – ein Unternehmen, das aus der Fusion des deutschen Panzerherstellers Krauss-Maffei Wegmann mit dem staatlichen französischen Rüstungsunternehmen Nexter hervorgegangen ist.

Papperger äußert sich skeptisch über die Realisierbarkeit des Projekts in seiner ursprünglichen Form. „Das ist eine Wahnsinnszeit. Ich kann heute nicht sagen, ob es überhaupt ein MGCS geben wird", sagte er gegenüber der „Welt am Sonntag". Angesichts der langen Zeiträume und der ungeklärten Finanzierung wachsen die Zweifel an der Umsetzbarkeit.

Leopard 3 als Übergangslösung

Als Brücke bis zum möglichen Start des MGCS haben Rheinmetall und KNDS Deutschland bereits die Entwicklung eines neuen Kampfpanzers angestoßen, der in der Militärfachpresse inoffiziell als „Leopard 3" bezeichnet wird. Die ersten Exemplare sollen Anfang der 2030er Jahre in Dienst gestellt werden – während die Einsatzbereitschaft des MGCS erst für die 2040er Jahre erwartet wird.

Der Zeitpunkt der Warnung ist brisant: Erst am Dienstag hatten Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach langen Auseinandersetzungen das Ende des milliardenschweren Kampfjet-Projekts FCAS (Future Combat Air Systems) verkündet. Die beteiligten Unternehmen Dassault und Airbus hatten sich in den Verhandlungen nicht auf eine gemeinsame Linie einigen können.

Für Anleger, die auf den europäischen Rüstungssektor setzen, verdeutlicht die Entwicklung die Risiken großer multinationaler Rüstungskooperationen. Politische Differenzen und ungeklärte Budgetfragen können selbst strategisch bedeutsame Projekte zum Stillstand bringen – mit direkten Auswirkungen auf die Planungssicherheit der beteiligten Konzerne wie Rheinmetall, Thales und KNDS.

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