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Rekordgewinne der Banken: Warum Anleger den Markt verpassten

Während Investmentbanken und Hedgefonds im vergangenen Quartal Rekordergebnisse feierten, blieben die meisten Privatanleger laut Interactive Brokers hinter dem Markt zurück.

Rekordgewinne der Banken: Warum Anleger den Markt verpassten

Das vergangene Quartal war für die großen Wall-Street-Häuser ein außergewöhnlich starkes. Goldman Sachs meldete diese Woche Erträge im Aktienhandel von 7,4 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 72 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit setzt das Institut einen neuen Rekord und unterstreicht, wie profitabel volatile Marktphasen für professionelle Händler sein können.

Auch die Konkurrenz glänzte: Bei Morgan Stanley stiegen die Handelserträge um 69 Prozent, bei J.P. Morgan sogar um 85 Prozent. Citigroup und Bank of America verzeichneten ebenfalls starke Ergebnisse. Auf das Jahr hochgerechnet würden die gemeinsamen Handelserträge dieser Institute 180 Milliarden US-Dollar erreichen – eine Zahl, die die Dimension dieser Gewinne verdeutlicht.

Hedgefonds und Market Maker profitieren ebenfalls

Es sind nicht nur die klassischen Investmentbanken, die von dem turbulenten Marktumfeld profitierten. Der Hedgefonds Millennium erzielte Berichten zufolge allein im vergangenen Monat 3,7 Milliarden US-Dollar – indem er gezielt von der Neugewichtung von Aktienindizes profitierte. Solche Rebalancing-Prozesse, bei denen Indizes ihre Zusammensetzung anpassen, erzeugen vorhersehbare Handelsmuster, die erfahrene Marktteilnehmer systematisch ausnutzen können.

Der Market Maker Citadel Securities gab zudem an, eine Rekordzahl an Einzelaktien- und Optionsaufträgen verarbeitet zu haben. Dies dürfte dem Unternehmen ebenfalls Gewinne in Milliardenhöhe eingebracht haben. Citadel Securities zählt zu den größten Abwicklern von Privatanleger-Orders in den USA und verdient an jedem einzelnen Auftrag mit.

Privatanleger blieben trotz steigender Kurse zurück

Für Privatanleger verlief das Quartal zwar grundsätzlich positiv – steigende Kurse sorgen schließlich für Buchgewinne –, doch die entscheidende Frage ist, wie stark die tatsächliche Rendite ausfiel. Laut Thomas Peterffy, dem Vorsitzenden von Interactive Brokers, blieben die meisten Anleger wahrscheinlich hinter dem Markt zurück. Das bedeutet: Trotz eines insgesamt starken Quartals schnitten viele Privatinvestoren schlechter ab als der breite Marktindex.

Dieses Phänomen ist in der Finanzwelt gut dokumentiert. Anleger, die aktiv handeln, versuchen den Markt zu timen oder auf einzelne Aktien zu setzen, erzielen im Durchschnitt geringere Renditen als ein simples Investment in einen breit gestreuten Indexfonds. In einem Quartal mit erhöhter Volatilität – wie dem vergangenen – verstärkt sich dieser Effekt häufig noch.

Gleichzeitig zeigt das aktuelle Marktbild eine gewisse Nervosität: Technologieaktien, insbesondere Chiphersteller, standen zuletzt unter erheblichem Druck. Anleger suchen vermehrt Zuflucht in defensiveren Sektoren wie Basiskonsumgütern. Ein ETF, der diese Aktien abbildet, legte am Donnerstag zu und signalisierte auch vorbörslich weitere Gewinne – ein klassisches Zeichen für eine risikoaverse Marktstimmung.

Die Zahlen aus dem vergangenen Quartal zeichnen damit ein klares Bild: Professionelle Marktteilnehmer mit Zugang zu ausgefeilten Handelsstrategien und Technologien profitieren überproportional von volatilen Marktphasen. Für den typischen Privatanleger hingegen bleibt die alte Börsenweisheit aktuell: Wer langfristig und breit gestreut investiert, hat oft die besseren Karten als jene, die versuchen, den Markt aktiv zu schlagen.

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