Privatanleger meiden Magnificent Seven und entdecken neue KI-Favoriten
Retail-Trader wenden sich von den großen Tech-Giganten ab und setzen gezielt auf KI-Infrastruktur, Chips und Speicheranbieter.

Die Begeisterung der Privatanleger für die sogenannten „Magnificent Seven" – Microsoft, Apple, Amazon, Meta, Nvidia, Alphabet und Tesla – kühlt merklich ab. Stattdessen strömt frisches Kapital in neuere KI-Werte: Chiphersteller, Rechenzentrumsbetreiber und Speicheranbieter rücken in den Fokus. Das zeigen aktuelle Daten des Analysehauses Vanda Research.
Alex Cardona, 50 Jahre alt und Direktor eines Softwareunternehmens, steht exemplarisch für diesen Wandel. Er investierte einen Teil seines Portfolios gezielt in KI-Infrastrukturunternehmen wie den Rechenzentrumsbetreiber Equinix und den Halbleiterhersteller Marvell Technology. Die großen Megacap-Tech-Aktien stehen bei ihm dagegen kaum auf der Einkaufsliste. „Mit einem Pure Play kann ich gezielt auf Unternehmen wie Marvell setzen – jene kleineren Firmen, von denen viele Menschen vielleicht noch nie gehört haben", erklärt Cardona seine Strategie.
Seine Wette zahlt sich bislang aus: Marvell Technology ist der Top-Performer in seinem Portfolio und hat in diesem Jahr um mehr als 120 Prozent zugelegt. Cardonas Investitionsphilosophie ist dabei klar: „Meine Hoffnung ist es, die Infrastruktur zu besitzen, auf der KI betrieben werden muss."
Magnificent Seven verlieren an Glanz
Der Strategiewechsel vieler Privatanleger spiegelt einen breiteren Marktwandel wider. Die einstmals dominante Gruppe der sieben Tech-Giganten hat das Rampenlicht zumindest vorübergehend an andere Segmente abgetreten. Bis auf zwei Mitglieder der Gruppe blieben in diesem Jahr alle hinter dem breiteren Markt zurück. Microsoft ist mit einem Minus von 19 Prozent seit Jahresbeginn das größte Schlusslicht der Gruppe, während Apple mit einem Plus von 23 Prozent die Nase vorn hat.
Retail-Trader kaufen laut Vanda Research weniger Aktien von Microsoft, Apple, Amazon, Meta, Nvidia, Alphabet und Tesla. Stattdessen fließt Kapital in Titel wie den südkoreanischen Speicherchiphersteller SK Hynix oder den Roundhill Memory Exchange-Traded Fund (ETF), der auf Speicherchip-Unternehmen setzt. Für deutsche Privatanleger sind solche ETFs eine zugängliche Möglichkeit, breit gestreut in das Speicherchip-Segment zu investieren.
KI-Infrastruktur als neues Investitionsthema
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Zur AktienanalyseDer Vergleich mit einem Goldrausch liegt nahe: Nicht immer sind es die Goldgräber selbst, die am meisten verdienen – oft sind es jene, die Schaufeln und Ausrüstung verkaufen. Genau diese Logik treibt Anleger wie Cardona an, die lieber in die Infrastruktur des KI-Booms investieren als in die großen Plattformunternehmen, die KI lediglich nutzen.
Chiphersteller, Rechenzentrumsbetreiber und Speicheranbieter gelten als unverzichtbare Grundlage für den weiteren Ausbau der künstlichen Intelligenz. Small- und Mid-Cap-Aktien aus diesem Bereich haben in diesem Jahr teils erheblich von der wachsenden Nachfrage profitiert. Ob dieser Trend anhält oder die Magnificent Seven ihr Comeback feiern, bleibt abzuwarten – doch der Stimmungswandel unter Privatanlegern ist laut Vanda Research bereits klar messbar.


