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Pew-Umfragen: Welt vertraut China mehr als den USA

Laut aktuellen Pew-Umfragen genießt China in einer großen Mehrheit der untersuchten Länder mehr Vertrauen als Amerika.

Pew-Umfragen: Welt vertraut China mehr als den USA

Die politische Krise des Westens lässt sich auf ein einziges Wort reduzieren: Misstrauen. Doch während viel über den Vertrauensverlust der Bürger gegenüber ihren eigenen Systemen diskutiert wird, findet ein anderes Phänomen weit weniger Beachtung: das schwindende Vertrauen des Rests der Welt in die Vereinigten Staaten. Laut Pew-Umfragen genießt China mittlerweile in einer großen Mehrheit der untersuchten Länder mehr Vertrauen als die USA – ein Befund, der Alarmglocken schrillen lassen sollte.

Amerika agiert dennoch weiterhin so, als sei es der am meisten bewunderte Ort der Welt. Dabei ist der Abstieg kein rein trumpsches Phänomen. Die USA sind nicht nur gefallen – China ist gleichzeitig aufgestiegen. Amerikas jüngster Reputationsverlust begann bereits im Jahr 2023 unter Präsident Joe Biden, zeitgleich mit seiner Unterstützung für Israels militärische Reaktion auf das Hamas-Massaker vom 7. Oktober.

Vertrauen als Frage der Kompetenz, nicht nur der Werte

Eine verbreitete, beruhigende Sichtweise lautet: Die Welt verabscheut Trumps Werte, und Amerikas Ansehen wird sich verbessern, sobald ein bewundernswerterer Präsident gewählt wird. Doch diese Einschätzung greift zu kurz. Eine Mehrheit der Länder stuft die USA in Bezug auf Freiheit zwar höher ein als China – misstraut ihnen aber dennoch mehr. Misstrauen ist damit auch ein Synonym für wahrgenommene Inkompetenz.

Die Welt weiß, dass Menschen in Amerika weit freier sind als in China, ihre Meinung zu äußern und ihren Glauben zu praktizieren. Doch die Frage, ob Amerika stabiler und kompetenter regiert wird als China, lässt sich kaum bejahen. Trumps unbeständige „Operation Epic Fury" gegen den Iran gilt laut Umfragen als der unpopulärste Krieg Amerikas im Inland seit Beginn der Meinungsforschung – unpopulärer als der Irak- und der Vietnamkrieg, trotz weit geringerer US-Verluste. Zudem hat der Konflikt alle Freunde und Verbündeten Amerikas entfremdet, einschließlich anderer westlicher Populisten.

Energie und Klimawandel als Scheidelinie

Der dritte Golfkrieg hat eine tiefe Kluft zwischen Chinas und Amerikas Energiepolitik offengelegt. China investiert massiv in alle Energieformen – von erneuerbaren Energien bis hin zu Kohle. Amerika hingegen fokussiert sich unter Trump auf fossile Brennstoffe. Trump hat nicht nur Bidens Anreize für grüne Energie gestrichen, sondern zahlt Unternehmen dafür, sich von Projekten für alternative Energien abzuwenden. Ohne Chinas große Energievorräte wären die weltweiten Ölpreise in den vergangenen Monaten deutlich stärker gestiegen.

Diese Entwicklungen fallen zusammen mit unübersehbaren Zeichen der globalen Erwärmung, besonders im Norden. Europa bedauert nach dem heißesten Juni seit Beginn der Aufzeichnungen das Fehlen von Klimaanlagen. Der Klimawandel wandelt sich von einem Eliten-Thema zu einem Massenbewusstsein. Die USA verhalten sich dabei wie der Bösewicht und halten an Gewohnheiten des 20. Jahrhunderts fest. China hingegen wird im globalen Süden als Überbringer von Lösungen wahrgenommen.

Technologie und das Ende der US-Dominanz

Selbst dort, wo die USA technologisch führend sind, ist der Ruf beschädigt. Der Wettbewerb zwischen den USA und China wird zunehmend von Künstlicher Intelligenz dominiert. Chinas KI-Modelle sind meist günstig und Open Source, während amerikanische Modelle teuer und proprietär sind. Zum ersten Mal seit Generationen ist die Dominanz der US-Technologie nicht mehr gesichert – und kann nicht einmal mehr auf Bewunderung zählen.

Vier der sechs Länder, die Amerika noch mehr zustimmen als China, liegen in Chinas direkter Nachbarschaft: Japan, Südkorea, Indien und die Philippinen. Doch selbst enge Verbündete wie Australien und Großbritannien vertrauen China mittlerweile mehr als Amerika. Sogar Kanada und Mexiko, unmittelbare Nachbarn der USA, gehören zu den verunsicherten Ländern. Die Ausreißer sind Polen – vor allem wegen der Nähe zu Russland – und Israel.

Ein Abgang Trumps würde Amerikas globalem Ansehen sicherlich helfen. Historisch stieg Amerikas weltweites Ansehen von George W. Bush zu Barack Obama deutlich an. Doch Obama konnte den Ruf der 1990er-Jahre nicht vollständig wiederherstellen. Für Trumps Nachfolger wird es noch schwieriger sein, die Uhr auch nur auf die Obama-Ära zurückzudrehen. Vertrauen kann schnell schwinden – aber es dauert ewig, es wieder aufzubauen.

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