New Yorks Stromreserven schrumpfen – Versorgungssicherheit in Gefahr
Der staatliche Netzbetreiber NYISO warnt: Stilllegungen fossiler Kraftwerke übersteigen den Zubau neuer Kapazitäten deutlich.

NEW YORK – Die Stromversorgung im Bundesstaat New York steht unter Druck. Wie der staatliche Netzbetreiber NYISO (New York Independent System Operator) am Dienstag mitteilte, sind die verfügbaren Stromreserven in den vergangenen fünf Jahren spürbar gesunken. Für einen der bevölkerungsreichsten US-Bundesstaaten wächst damit das Risiko, an besonders heißen oder kalten Tagen nicht ausreichend Energie für Haushalte und Unternehmen bereitstellen zu können.
Laut einem Jahresbericht der NYISO wurden fossile Kraftwerke in New York schneller stillgelegt, als vergleichbare neue Erzeugungskapazitäten aufgebaut werden konnten. Seit 2019 ergibt sich daraus ein Netto-Rückgang des Stromangebots um 1,5 Gigawatt. Zum Vergleich: Ein Gigawatt entspricht in etwa der Leistung eines großen konventionellen Kraftwerks und reicht aus, um mehrere hunderttausend Haushalte zu versorgen.
Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Strom kontinuierlich an. Die Elektrifizierung von Gebäuden und dem Verkehrssektor sowie der Bau industrieller Großverbraucher verschärfen den Engpass zwischen Angebot und Nachfrage zusätzlich, wie die NYISO weiter erläuterte.
Winter als wachsende Herausforderung
Besonders im Winter spitzt sich die Lage zu. Immer mehr Gebäude setzen auf elektrische Heizsysteme, was die Stromnachfrage in der kalten Jahreszeit in die Höhe treibt. Hinzu kommt, dass erdgasbetriebene Stromerzeugungsanlagen bei Frost anfälliger für Ausfälle sind – ein Faktor, der die Versorgungssicherheit weiter belastet.
Lang anhaltende Kälteperioden in den vergangenen zwei Jahren haben die Stromreserven bereits auf ein Minimum reduziert. Die NYISO erklärte, das System sei dabei „an seine Grenzen gebracht" worden, was „häufige Notfallmaßnahmen erforderlich machte". „Winterliche Bedingungen entwickeln sich zu einer der größten Herausforderungen für die Zuverlässigkeit des New Yorker Stromnetzes", so der Netzbetreiber.
Erneuerbare und fossile Energien gleichermaßen gefragt
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Zur AktienanalyseDie NYISO betonte in ihrem Bericht, dass zur Verbesserung der Versorgungssicherheit sowohl der Ausbau erneuerbarer Energien als auch der Erhalt beziehungsweise Neubau fossiler Kraftwerke notwendig sei. Diese Aussage ist bemerkenswert, da New York politisch ambitionierte Klimaziele verfolgt und den Ausstieg aus fossilen Energieträgern anstrebt.
Die Entwicklung in New York ist kein Einzelfall. Auch in anderen Teilen der USA und in Europa stehen Netzbetreiber vor der Herausforderung, den Übergang zu erneuerbaren Energien so zu gestalten, dass die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet bleibt. Der Bericht der NYISO unterstreicht, dass der Abbau konventioneller Kapazitäten und der Aufbau neuer Alternativen besser aufeinander abgestimmt werden müssen – insbesondere mit Blick auf die Belastungsspitzen im Winter.


