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Nahost-Anleihe-Spreads weiten sich auf Vier-Jahres-Hoch aus

Geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran treiben die Risikoprämien für Staatsanleihen im Nahen Osten auf den höchsten Stand seit Oktober 2022.

Nahost-Anleihe-Spreads weiten sich auf Vier-Jahres-Hoch aus

Anleiheinvestoren verlangen eine deutlich höhere Kompensation für die Finanzierung von Regierungen im Nahen Osten. Der Grund: Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich erneut verschärft. Seitdem US-Präsident Donald Trump letzte Woche warnte, dass ein Waffenstillstand „vorbei" sein könnte, reagieren die Anleihemärkte der Region mit spürbarem Druck.

Laut Indizes von JPMorgan Chase & Co. ist die durchschnittliche staatliche Risikoprämie in der Region um etwa 20 Basispunkte gestiegen. Sie liegt nun bei 402 Basispunkten über den Renditen von US-Staatsanleihen. Das ist der weiteste Spread seit fast vier Jahren – also seit Oktober 2022.

Was der Spread-Anstieg bedeutet

Ein Spread von 402 Basispunkten bedeutet, dass Investoren für Nahost-Staatsanleihen eine um 4,02 Prozentpunkte höhere Rendite verlangen als für als sicher geltende US-Staatsanleihen. Je höher dieser Aufschlag, desto größer das wahrgenommene Risiko. Der aktuelle Anstieg trägt zudem zum schnellsten Spread-Zuwachs seit Jahresbeginn seit 2018 bei – ein deutliches Signal für die Nervosität an den Märkten.

Für deutsche Privatanleger, die in Schwellenländeranleihen oder entsprechende Fonds investiert sind, ist diese Entwicklung relevant. Steigende Spreads drücken in der Regel auf die Kurse bereits umlaufender Anleihen und erhöhen die Finanzierungskosten für die betroffenen Staaten.

Vom Wachstumsnarrativ zur Risikoabwägung

Der Investitionsausblick für den Nahen Osten war in den vergangenen Jahren von positiven Wachstumsnarrativen geprägt. Im Vordergrund standen Themen wie die Immobilienexpansion in Dubai und der saudische Entwicklungsplan „Vision 2030" in Riad. Diese Narrative zogen internationales Kapital in die Region und sorgten für vergleichsweise enge Spreads.

Nun hat sich der Fokus der Investoren verschoben. Geopolitische Risiken rücken als entscheidender Faktor in den Vordergrund und überlagern die positiven Wachstumsstorys. Die Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran zeigt damit unmittelbare Auswirkungen auf die Risikowahrnehmung der globalen Anleihemärkte.

Die Entwicklung verdeutlicht, wie sensibel Schwellenländeranleihen auf geopolitische Schocks reagieren. Anleger, die auf eine Beruhigung der Lage gesetzt hatten, sehen sich nun mit einer deutlichen Neubewertung des Risikos konfrontiert. Ob sich die Spreads wieder einengen, dürfte maßgeblich vom weiteren Verlauf der diplomatischen und militärischen Entwicklungen in der Region abhängen.

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