Morgan Stanley sieht starken Einstiegspunkt bei Speicherchip-Aktien
Nach dem Ausverkauf der vergangenen Woche erholen sich Micron und Sandisk – Morgan Stanley empfiehlt den Einstieg.

Speicherchip-Aktien haben am Montag eine deutliche Erholung verzeichnet, nachdem sie in der Vorwoche massiv unter Druck geraten waren. Auslöser für den Rückgang waren Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der KI-Ausgaben sowie Bemühungen von Tech-Giganten, ihre Speicherkosten zu kontrollieren. Analysten von Morgan Stanley nutzten die Gelegenheit, um den Ausverkauf als „starken Einstiegspunkt" zu bezeichnen.
Der PHLX Semiconductor Index (SOX), das wichtigste Barometer für die Halbleiterbranche, legte im Handel am Montag knapp 2% zu. Angeführt wurde die Erholung von Marvell (MRVL) und Micron (MU), die beide rund 5% zulegten. Auch Sandisk (SNDK) und Western Digital (WDC) stiegen jeweils um mehr als 4%.
Heftiger Rückgang nach monatelanger Rally
Der Ausverkauf der Vorwoche war erheblich: Der SOX-Index verlor innerhalb einer Woche rund 10%. Damit kühlte sich eine Speicher-Rally ab, die die Märkte im gesamten zweiten Quartal auf Rekordhochs getrieben hatte. Zusätzlich verunsicherte das chinesische Start-up Moonshot AI die Anleger, als es ein neues Open-Source-KI-Modell vorstellte, das mit führenden US-Modellen von Anthropic und OpenAI konkurriert. Das Modell schürte erneut Sorgen über ausufernde Ausgaben für KI-Infrastruktur und die Fähigkeit der Tech-Konzerne, ihre enormen Investitionen zu amortisieren.
Trotz der jüngsten Verluste sind die Kursgewinne im Jahresverlauf beeindruckend: Sandisk liegt seit Jahresbeginn rund 500% im Plus, Micron immerhin noch rund 200%. Allerdings haben beide Aktien seit ihren Rekordhochs Ende des Vormonats deutlich korrigiert – Sandisk um 39%, Micron um 27%.
Morgan Stanley: Knappheit zeigt keine Anzeichen einer Abschwächung
Die Analysten von Morgan Stanley argumentierten in einer Mitteilung vom Montag, dass der Ausverkauf einen überzeugenden Einstiegspunkt für Aktien geschaffen habe, die von Chip-Knappheiten profitierten, „die keine Anzeichen einer Abschwächung zeigen". Laut den Analysten sind die Speicherpreise im laufenden Quartal um 25% gestiegen – eine Verlangsamung gegenüber den Vorquartalen, die sie jedoch als „unvermeidlich" und notwendig bezeichnen, um eine Nachfragezerstörung zu verhindern.
Die boomende Nachfrage aus KI-Rechenzentren hat das Angebot im vergangenen Jahr massiv übertroffen und die Preise im gesamten Technologiesektor in die Höhe getrieben. Speicheranbieter erhöhen ihre Fertigungskapazitäten, während Käufer mehrjährige Abnahmeverträge unterzeichnen, um sich die Versorgung zu vorhersehbaren Preisen zu sichern.
Risiken: De-Speccing und Überkapazitäten
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Zur AktienanalyseEinige Anleger befürchten, dass zusätzliche Kapazitäten und langfristige Vereinbarungen die Preise belasten und das explosive Gewinnwachstum der Anbieter einschränken könnten. Ein weiteres Risiko ist das sogenannte „De-Speccing": Speicherkäufer könnten Produkte technisch umgestalten, um ihren Speicherbedarf zu senken. So soll etwa Nvidia den Speichergehalt seiner Racks laut Morgan Stanley „ziemlich erheblich" reduziert haben.
Die Analysten räumten ein, dass Kaufvereinbarungen die „Amplitude des Zyklus begrenzen" würden, bewerteten dies jedoch langfristig als positiv. „Mehrere Jahre mit Gewinnen, die von den aktuellen Raten aus steigen, sind wahrscheinlich förderlicher für hohe Bewertungen als ein einzelnes, sehr starkes Jahr", schrieben die Analysten. Zudem spreche die Tatsache, dass Käufer den Aufwand einer technischen Umgestaltung betreiben, für die grundlegende Bedeutung von Speicher und damit für die Beständigkeit der Nachfrage.
Morgan Stanley sieht zwar bei KI-Beschleuniger-Anbietern wie Nvidia (NVDA) und Broadcom (AVGO) das beste Risiko-Rendite-Verhältnis für Anleger, betont jedoch, dass der Speichersektor angesichts des jüngsten Ausverkaufs „schnell aufholt". Für deutsche Privatanleger, die Zugang zu US-Halbleiterwerten suchen, bieten die aktuellen Kursniveaus laut Morgan Stanley eine deutlich attraktivere Einstiegsbewertung als noch vor wenigen Wochen.


