Luxus-Fahrdienst Wheely klagt gegen New Yorks Datenpflicht für Mietwagen
Der Premiumanbieter Wheely kämpft juristisch gegen eine städtische Auflage, die detaillierte Fahrtdaten aller Mietwagen verlangt.

Das Londoner Luxus-Taxiunternehmen Wheely befördert seine prominente und geschäftliche Klientel in unmarkierten Fahrzeugen – und verpflichtet seine Fahrer zur Unterzeichnung von Geheimhaltungsvereinbarungen. Diskretion ist das Kernversprechen des Unternehmens. Doch in New York stößt dieses Geschäftsmodell auf ein ernstes rechtliches Hindernis.
Seit seinem Markteintritt im März 2025 befindet sich Wheely in einem Rechtsstreit mit der Stadt New York. Der Streitpunkt: eine langjährige städtische Auflage, nach der alle Mietwagen monatliche Aufzeichnungen über jede einzelne Fahrt einreichen müssen. Diese Daten umfassen den genauen Zeitpunkt und Ort jeder Abholung und jedes Absetzens sowie die Identifikation des Fahrers und das Kennzeichen des Fahrzeugs.
Wheely sieht staatliche Massenüberwachung
Wheely wertet diese Anforderung als einen schwerwiegenden Eingriff in die Privatsphäre seiner Fahrgäste. Das Unternehmen argumentiert, dass die Datenpflicht einem weitreichenden System staatlicher Überwachung gleichkomme, das jährlich Millionen von Fahrgästen betreffe.
„Wir sind der Überzeugung, dass Fahrgäste das Recht haben, in ihrer Stadt zu reisen, ohne dass ihre Bewegungen von der Regierung verfolgt werden", sagte Wheely-Gründer und Vorstandsvorsitzender Anton Chirkunov in einem Interview. Für ein Unternehmen, dessen gesamtes Angebot auf absoluter Vertraulichkeit aufgebaut ist, stellt die Weitergabe solcher Bewegungsprofile an Behörden einen fundamentalen Widerspruch zum eigenen Geschäftsmodell dar.
Chirkunov, ein schweizerisch-russischer Geschäftsmann, gründete Wheely im Jahr 2012 in London. Seitdem hat das Unternehmen seinen Dienst auf weitere Metropolen ausgeweitet und ist heute neben London auch in Paris und Dubai aktiv. New York ist damit der jüngste und wohl anspruchsvollste Markt, in den Wheely vorgedrungen ist – sowohl regulatorisch als auch wettbewerbstechnisch.
Chauffeure mit Akademie-Ausbildung und Spitzengehältern
Das Premiumversprechen von Wheely beginnt bereits bei der Fahrerauswahl. Die Chauffeure des Unternehmens durchlaufen eine eigens eingerichtete „Chauffeur Academy", in der sie angemessene Etikette, Kleidung und Diskretion erlernen. Nach ihrem Abschluss können die Fahrer bis zu 12.000 US-Dollar im Monat verdienen – ein Gehalt, das weit über dem Branchendurchschnitt liegt und die Exklusivität des Dienstleisters unterstreicht.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger und Beobachter des Mobilitätssektors ist der Fall Wheely aus mehreren Gründen interessant. Er beleuchtet die wachsende Spannung zwischen städtischen Regulierungsbehörden, die Fahrtdaten zur Verkehrsplanung und Aufsicht nutzen wollen, und privaten Anbietern, die Datenschutz als Wettbewerbsvorteil positionieren. Zugleich zeigt er, wie schwierig die Expansion europäischer Premiumanbieter in den stark regulierten US-Markt sein kann.
Der Ausgang des Rechtsstreits dürfte nicht nur für Wheely richtungsweisend sein, sondern auch für andere Fahrdienste, die auf Diskretion und Datenschutz setzen. Ob New York seine Datenpflicht lockert oder Wheely sich dem städtischen Regelwerk beugen muss, bleibt abzuwarten.


