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JPMorgan, BlackRock und Goldman tokenisieren Aktien und Staatsanleihen

Fast 40 Finanzgiganten testen gemeinsam mit der DTCC die Blockchain-basierte Umwandlung von Wertpapieren – ein Meilenstein für die Wall Street.

JPMorgan, BlackRock und Goldman tokenisieren Aktien und Staatsanleihen

Die Depository Trust & Clearing Corp. (DTCC), einer der wichtigsten Abwickler von Wertpapiertransaktionen weltweit, treibt die Digitalisierung der Wall Street mit einem ambitionierten Schritt voran. Das Clearinghaus plant die Umwandlung einer Charge von Aktien und US-Staatsanleihen in digitale Token – und hat dafür fast 40 führende Finanzunternehmen und Technologieanbieter ins Boot geholt.

Zu den Teilnehmern des Testlaufs zählen Schwergewichte wie JPMorgan Chase, Goldman Sachs, BlackRock, Vanguard sowie die New York Stock Exchange. Die Token sollen laut DTCC direkt bei der Clearingstelle auf der Blockchain gespeichert und für den Handel verfügbar gemacht werden. Die Blockchain ist jene Distributed-Ledger-Technologie, die auch Kryptowährungen und anderen digitalen Vermögenswerten zugrunde liegt.

Welche Wertpapiere tokenisiert werden

Konkret sollen im Rahmen des Prozesses Aktien von Microsoft, der Circle Internet Group, dem Invesco QQQ Trust, dem State Street SPDR S&P 500 ETF Trust sowie dem iShares 0-3 Month Treasury Bond ETF tokenisiert werden. Hinzu kommen US-Staatsanleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten. Die Auswahl zeigt, dass sowohl Einzelaktien als auch breit gestreute ETF-Produkte und Staatsanleihen in das neue System einbezogen werden sollen.

Beim Testlauf weisen die teilnehmenden Firmen die DTCC an, bestimmte Transaktionen über die Blockchain abzuwickeln. Als konkretes Beispiel wird JPMorgan einen Teil seiner bei der DTCC gehaltenen Bestände des Invesco QQQ Trust tokenisieren – mit der ausdrücklichen Möglichkeit, diese Token jederzeit wieder in herkömmliche Aktien zurückzuführen. Diese Reversibilität ist ein wichtiges Merkmal des Systems und soll Vertrauen bei den beteiligten Instituten schaffen.

Offizieller Start im Oktober geplant

Die DTCC plant, ihr Tokenisierungsprogramm offiziell im Oktober zu starten. Ab dann sollen alle Unternehmen, die Vermögenswerte bei der Clearingstelle verwahren, die Möglichkeit erhalten, einen Teil ihrer Wertpapiere in Token umzuwandeln. Der aktuelle Testlauf dient als Vorbereitung auf diesen breiteren Rollout und soll technische sowie regulatorische Abläufe erproben.

Der Weg zu einer tokenisierten Wall Street hat sich in den vergangenen Monaten deutlich beschleunigt. Viele Unternehmen wetteifern inzwischen darum, eigene Plattformen, Fonds und Einlagennetzwerke für den Transfer oder die Verwahrung von Token einzuführen. Die Initiative der DTCC ist dabei besonders bedeutsam, da die Clearingstelle eine zentrale Infrastrukturrolle im US-amerikanischen Wertpapierhandel einnimmt und täglich Transaktionen in Billionenhöhe abwickelt.

Für deutsche Anleger und Finanzinstitute ist diese Entwicklung von großer Relevanz. Die Tokenisierung von Wertpapieren gilt als einer der transformativsten Trends im globalen Finanzwesen. Sie verspricht schnellere Abwicklungszeiten, geringere Kosten und eine höhere Transparenz – könnte aber auch regulatorische Fragen aufwerfen, die Aufsichtsbehörden diesseits und jenseits des Atlantiks noch beschäftigen werden.

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