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Indiens Infrastrukturproduktion wächst im Juni um 5 Prozent

Das schnellste Wachstum seit fünf Monaten – angetrieben von Eisenerz, Zement und Strom, während Energiesektoren schwächeln.

Indiens Infrastrukturproduktion wächst im Juni um 5 Prozent

Indiens Infrastrukturproduktion hat im Juni im Jahresvergleich um 5% zugelegt und damit das stärkste Wachstumstempo seit fünf Monaten erreicht. Das geht aus Regierungsdaten hervor, die im Rahmen einer überarbeiteten Messreihe veröffentlicht wurden. Zuletzt war ein höheres Wachstum im Januar verzeichnet worden, als die Rate 5,2% betrug.

Die indische Regierung führte gleichzeitig eine neue Datenreihe mit dem Basisjahr 2022-23 ein, die die bisherige Basis von 2011-12 ersetzt. Die überarbeitete Reihe erweitert die Erfassung von acht auf neun Branchen und nimmt Eisenerz neu in den Korb der Kernsektoren auf. Im Mai hatte das Wachstum der Infrastrukturproduktion nach der überarbeiteten Reihe noch bei 3,2% gelegen.

Eisenerz und Zement als Wachstumstreiber

Besonders stark zeigte sich im Juni die Eisenerzproduktion mit einem Sprung von 43,9% – nach einem Anstieg von 19% im Mai. Auch die Zementproduktion legte kräftig zu: Sie wuchs um 9,8%, nach 8,4% im Vormonat. Die Stromerzeugung stieg um 9,8%, wenngleich etwas langsamer als im Mai mit 11,2%.

Die Stahlproduktion wuchs im Juni um 4,6% und lag damit leicht unter dem Wert von 5,1% im Mai. Die Kohleproduktion stieg um 1,4% und kehrte damit einen deutlichen Rückgang von 9,5% im Vormonat um. Diese Entwicklungen deuten auf eine Belebung der Bau- und Industrieaktivität in Indien hin.

Energiebezogene Sektoren unter Druck

Auf der Schattenseite standen die energiebezogenen Sektoren, die durchgehend Schwäche zeigten. Die Rohölproduktion fiel im Juni um 4,2% – ein Rückgang, der dem Niveau des Vormonats entsprach. Die Erdgasproduktion sank sogar um 7,4%, nach einem Minus von 5% im Mai.

Der Ausstoß von Raffinerieprodukten ging im Juni um 4,7% zurück, verbesserte sich damit aber gegenüber dem Rückgang von 8,2% im Mai. Die Düngemittelproduktion schrumpfte um 3,3%, nach einem Minus von 1% im Vormonat. Diese Schwäche in den fossilen Energiesektoren belastet die Gesamtbilanz der indischen Kernindustrie.

Quartalsbilanz deutlich verbessert

Für das erste Quartal des indischen Fiskaljahres von April bis Juni erreichte das kumulierte Wachstum der Infrastrukturproduktion im Jahresvergleich 3,6%. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Wert von 1% im Vorjahreszeitraum nach der überarbeiteten Reihe. Für Anleger, die Indien als Wachstumsmarkt im Blick haben, liefert diese Entwicklung ein positives Signal für die Dynamik der indischen Realwirtschaft.

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