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HSBC warnt vor Warnsignalen bei Risikoanlagen trotz stabiler Märkte

Die Großbank sieht aufkommende Risiken im Sentiment-Framework, hält aber an ihrer konstruktiven Markteinschätzung fest.

HSBC warnt vor Warnsignalen bei Risikoanlagen trotz stabiler Märkte

HSBC hat am Montag in einer Mitteilung auf aufkommende Warnsignale in ihrem Sentiment- und Positionierungs-Framework hingewiesen. Auslöser war die Veröffentlichung des Kimi-K3-Modells des chinesischen KI-Unternehmens Moonshot, die eine weitere Verkaufswelle an den Märkten ausgelöst hat. Die Bank geht jedoch davon aus, dass die Auflösung von Momentum-Positionen ein idiosynkratisches Problem bleiben wird und sich nicht zu einem breiteren Risk-off-Umfeld ausweiten dürfte.

Max Kettner, Chief Multi-Asset Strategist bei HSBC, erklärte, die Modellveröffentlichung der letzten Woche habe „eine weitere Verkaufswelle ausgelöst, insbesondere in Asien". Der Druck weitete sich dabei auf beliebte Marktsegmente aus – darunter japanische Banken. Gleichzeitig stiegen indische Aktien, die in den vergangenen Monaten ein beliebter Short waren, innerhalb von nur drei Tagen um 1,5 Prozent. Dies deutet laut HSBC auf eine „breit angelegte Bereinigung der Positionierungen" hin.

Globale Aktien nahe Allzeithochs

Trotz der Turbulenzen bleibt HSBC grundsätzlich konstruktiv gestimmt. Die Bank betont, dass globale Aktien lediglich 1,5 Prozent von ihren Allzeithochs entfernt sind. Zudem liegen die EM-High-Yield-Spreads – also die Risikoaufschläge auf Anleihen aus Schwellenländern – weiterhin nahe ihren Tiefstständen seit der globalen Finanzkrise von 2008/2009. Diese Datenpunkte sprechen aus Sicht der Bank gegen ein unmittelbares, breit angelegtes Risk-off-Szenario.

Bei den Anlageempfehlungen bevorzugt HSBC weiterhin europäische Aktien, insbesondere Bankenwerte, sowie den gleichgewichteten S&P 500. Zudem werden die Titel der sogenannten „Magnificent Seven" – die sieben größten US-Technologiekonzerne – gegenüber US-Halbleiterwerten bevorzugt. Diese Präferenz spiegelt eine selektive Risikobereitschaft wider, die auf Qualität und Bewertung setzt.

Positionierung von Investoren wird risikofreudiger

Dennoch mahnt die Bank zur Vorsicht. Risikoanlagen haben sich seit Anfang Juni weitgehend seitwärts bewegt, während die Marktbreite am US-Aktienmarkt den höchsten Stand seit mehr als anderthalb Jahren erreicht hat. Das Sentiment- und Positionierungs-Framework der Bank habe „letzte Woche ebenfalls begonnen, einige Warnsignale auszusenden".

Konkret sei die Positionierung von Long-only-Investoren – also Anlegern, die ausschließlich auf steigende Kurse setzen – zuletzt „entschieden risikofreudiger" geworden. Dies könnte ein Zeichen für überhitzte Erwartungen sein. HSBC deutet daher an, dass es nach dem Höhepunkt der laufenden Berichtssaison „durchaus an der Zeit sein könnte, das Risiko in den Portfolios zu reduzieren".

Ölpreis und Nahost-Eskalation im Blick

Ein weiterer Risikofaktor ist die geopolitische Lage. HSBC weist darauf hin, dass die erneute Eskalation im Nahen Osten und die damit verbundenen steigenden Ölpreise bislang noch keinen nennenswerten Anstieg der Zins- oder Devisenvolatilität ausgelöst haben. Sollte der Brent-Ölpreis jedoch in Richtung 100 US-Dollar pro Barrel steigen, würde dies die aktuelle taktische Untergewichtung im Energiesektor infrage stellen.

Für deutsche Privatanleger bedeutet die HSBC-Analyse: Die Märkte zeigen zwar noch keine akuten Stresssignale, doch die Kombination aus überdurchschnittlicher Risikobereitschaft der Investoren, geopolitischen Spannungen und einer möglichen Überhitzung einzelner Segmente mahnt zur erhöhten Wachsamkeit. Eine selektive Portfolioausrichtung – mit Fokus auf europäische Bankwerte und breite US-Marktindizes statt konzentrierter Tech-Wetten – erscheint nach HSBC-Einschätzung derzeit sinnvoll.

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