HKEX plant vertrauliche IPO-Anträge und niedrigere Marktkapitalisierungshürden
Die Hongkonger Börse treibt ihr größtes Reformpaket seit 2018 voran, um Start-ups und internationale Börsengänge anzuziehen.

Die Hong Kong Exchange and Clearing Ltd (HKEX) bereitet sich darauf vor, weitreichende Reformen bei den Börsenzulassungsregeln einzuführen. Wie die South China Morning Post (SCMP) am Dienstag unter Berufung auf zwei informierte Personen berichtete, sollen vertrauliche IPO-Anträge sowie niedrigere Anforderungen an die Marktkapitalisierung eingeführt werden. Die Bekanntgabe der Änderungen wird nach monatelangen Konsultationen seit März für Ende Juli erwartet.
Das Reformpaket zielt laut dem Bericht darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit Hongkongs bei der Gewinnung von Start-ups und internationalen Börsengängen zu verbessern. Hongkong steht als globaler Finanzplatz im intensiven Wettbewerb mit anderen Börsenstandorten wie New York, London und Shanghai. Mit den geplanten Neuerungen will die HKEX offenbar attraktivere Rahmenbedingungen für Unternehmen schaffen, die einen Börsengang in Betracht ziehen.
Vertrauliche Einreichungen als zentrales Element
Ein Kernstück der Reform ist die Einführung eines Mechanismus für vertrauliche Einreichungen. Dieser würde es Börsenkandidaten ermöglichen, sensible Geschäftsinformationen bis zur Genehmigung ihres Börsengangs geheim zu halten. Damit sollen Bedenken ausgeräumt werden, dass eine frühzeitige Offenlegung von Unternehmensdaten Wettbewerbern zugutekommen könnte. Gerade für innovative Unternehmen und Start-ups ist der Schutz sensibler Geschäftsinformationen im Vorfeld eines Börsengangs von erheblicher Bedeutung.
Darüber hinaus plant die HKEX, die Schwellenwerte für die Marktkapitalisierung in zwei wichtigen Kategorien zu senken. Betroffen sind zum einen Unternehmen mit gewichteten Stimmrechten (Weighted Voting Rights, WVR) – ein Modell, das vor allem bei Technologieunternehmen beliebt ist, bei dem Gründer trotz geringerem Aktienanteil mehr Stimmrechte behalten. Zum anderen sollen die Anforderungen für im Ausland notierte Unternehmen gesenkt werden, die eine Zweitnotierung in Hongkong anstreben. Laut dem SCMP-Bericht könnten die neuen Anforderungen dabei sogar unter das im März vorgeschlagene Niveau fallen.
Halbierung der Mindestbewertung für WVR-Unternehmen
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Zur AktienanalyseIm Rahmen ihres größten Reformpakets für Börsennotierungen seit 2018 hatte die HKEX bereits im März konkrete Vorschläge unterbreitet. Demnach soll die Mindestbewertung für Unternehmen mit gewichteten Stimmrechten auf HK$20 Milliarden halbiert werden. Die Schwelle für Zweitnotierungen innovativer ausländischer Unternehmen soll auf HK$6 Milliarden gesenkt werden. Beide Maßnahmen zusammen könnten deutlich mehr Unternehmen den Weg an die Hongkonger Börse öffnen.
Die geplanten Reformen sind für den Finanzplatz Hongkong von strategischer Bedeutung. In den vergangenen Jahren hatte die Stadt mit einem Rückgang der IPO-Aktivitäten zu kämpfen, während andere Börsenplätze aufgeholt haben. Mit dem nun erwarteten Reformpaket signalisiert die HKEX, dass sie entschlossen ist, ihre Position als führendes Tor für internationale Investoren in den asiatischen Raum zu verteidigen und auszubauen. Anleger und Unternehmen dürften die offizielle Bekanntgabe Ende Juli mit Spannung erwarten.


